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DNA-Viren

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. April 2011)

© Jupiterimages/Hemera

Viren unterscheiden sich unter anderem darin, in welcher Form ihr Erbmaterial, also die genetische Information des Virus, vorliegt. Bei DNA-Viren besteht das Erbmaterial dem Namen entsprechend aus DNA, also aus Desoxyribonukleinsäure. Die Virus-DNA enthält den Bauplan für das Virus-Partikel und ermöglicht dem Virus, sich in Wirtszellen zu vermehren.

DNA-Viren schützen das Erbmaterial durch eine Proteinkapsel, das sogenannte Kapsid. Die DNA kann dort in unterschiedlicher Form vorliegen: als Doppelstrang oder als Einzelstrang. Dieser Unterschied dient Wissenschaftlern neben anderen Kriterien dazu, DNA-Viren verschiedenen Virusfamilien zuzuordnen.

Zu den DNA-Viren zählen Forscher über 20 Virusfamilien, zu den wichtigsten gehören:

Neben der Form der DNA spielen weitere Einteilungskriterien eine Rolle, wie zum Beispiel die Form beziehungsweise Symmetrie des Kapsids oder ob das Kapsid noch zusätzlich von einer Hülle umgeben ist. Viele DNA-Virus-Kapside haben zum Beispiel eine kubische Symmetrie, also die Form eine vielflächigen Würfels (lat. cubus = Würfel): Häufig gleicht die Kapsid-Form einem Ikosaeder (= Zwanzigflächner). Andere Kapside haben eine sogenannte komplexe Symmetrie, das heißt, sie zeigen keine eindeutige Symmetrie, haben aber trotzdem eine regelmäßige Form (z.B. Pockenviren).

VirusfamilieKapsid-FormHülleDNA
Parvovirenkubischnackteinzelsträngig
Papillomavirenkubischnacktdoppelsträngig
Adenovirenkubischnacktdoppelsträngig
HepadnavirenkubischHülleeinzel- / doppelsträngig
HerpesvirenkubischHülledoppelsträngig
PockenvirenkomplexHülledoppelsträngig

Im Unterschied zu RNA-Viren, bei denen das Erbgut in Form von RNA (Ribonukleinsäure) vorliegt, ist das Erbmaterial von DNA-Viren bedingt durch die chemische Struktur deutlich stabiler. Im Vergleich kommt es bei DNA-Viren deshalb seltener zu Veränderungen im Erbgut (Mutationen).

Zusätzlich kommt DNA-Viren noch etwas anderes zugute: Wie RNA-Viren nutzen DNA-Viren die Zellmaschinerie der infizierten Zelle, um sich zu vermehren. Viele DNA-Viren können hier von einem speziellen Enzym der Wirtszelle profitieren: der DNA-Polymerase, einer Art Korrektureinheit der Zelle. Falsch eingebaute Bausteine der DNA (Nukleotide) kann sie erkennen und entfernen. Dadurch schleichen sich bei der Vermehrung der DNA-Viren weniger Fehler im Erbgut ein und es kommt seltener zu Mutationen.


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