Clostridium tetani

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (24. August 2011)

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Clostridium tetani ist eine weltweit verbreitete Bakterienart, die man vor allem im Erdboden findet. Gelangen die Bakterien in Wunden (z.B. durch kleine Verletzungen bei der Gartenarbeit), können sie den lebensbedrohlichen Wundstarrkrampf (Tetanus) auslösen. Die Erkrankung ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Vor einer Infektion mit Clostridium tetani kann man sich mit einer Schutzimpfung schützen, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte. In Ländern, in denen eine regelmäßige Impfprophylaxe möglich ist, kommt es deshalb nur noch selten zu Erkrankungen oder Todesfällen durch Clostridium-tetani-Bakterien. Als Erfolg der Tetanus-Schutzimpfung erkranken in Deutschland nur noch wenige Menschen an Tetanus: Pro Jahr treten höchstens 15 Fälle von Wundstarrkrampf auf. In Entwicklungsländern gibt es aufgrund der schlechteren hygienischen Bedingungen und nicht vorhandener Impfprophylaxe dagegen deutlich mehr Erkrankungen durch Clostridium tetani. Weltweit verliefen im 2006 etwa 290.000 Tetanus-Fälle tödlich, 250.000 Fälle davon betrafen Neugeborene oder Säuglinge.

Clostridium-tetani-Bakterien produzieren ein starkes Nervengift (Neurotoxin): das sogenannte Tetanospasmin oder Tetanustoxin. Das Gift blockiert im Gehirn die Signalübertragung an den Nervenzellen (Neuronen) und lösen dadurch eine spastische Lähmung aus, die von Krampfanfällen begleitet wird. Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit), vergehen in der Regel zwischen drei Tagen und drei Wochen.

Die Bakterien der Art Clostridium tetani sind dick, stäbchenförmig und können widerstandsfähige Dauerformen (Sporen) bilden. Clostridium tetani ist rundum mit Geißeln besetzt, mit deren Hilfe die Bakterien sich fortbewegen können. Der Krankheitserreger vermehrt sich nur unter Sauerstoffausschluss (anaerobes Wachstum).

Im Labor ist das Anzüchten von Clostridium tetani schwierig bis unmöglich. Der Arzt stellt die Diagnose deshalb in der Regel allein anhand der Symptome, die beim Betroffenen auftreten.