Clostridium botulinum: Morphologie und Kultur

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. Mai 2011)

Clostridium botulinumist ein dickes, stäbchenförmiges Bakterium, das widerstandsfähige Dauerformen (Sporen) bilden kann. Die Sporen dienen dazu, das Bakterium zu verbreiten und vor ungünstigen Umweltbedingungen zu schützen. Clostridium botulinum ist rundum mit Geißeln besetzt, die der Fortbewegung dienen. Die Bakterien können nur unter Sauerstoffausschluss wachsen (sog. anaerobes Wachstum) – daher können sie sich in vakuumverpackten Lebensmitteln besonders gut vermehren, wenn sie einmal dort hineingeraten sind.

Die Art Clostridium botulinum gehört zur Gattung Clostridium aus der Familie der Clostridiaceae.

Botulinumtoxin

Das Bakterium Clostridium botulinum bildet einen Giftstoff: das auf die Nervenzellen wirkende Botulinumtoxin. Botulinumtoxin bildet das Bakterium in insgesamt sieben Varianten, davon wirken vier (die Typen A, B, E und selten F) auf den Menschen hochgiftig.

Botulinumtoxin ist das stärkste aller bekannten Bakteriengifte (insbesondere Botulinumtoxin A) – etwa 0,01 Milligramm reichen aus, um einen Menschen zu töten.

Das Botulinumtoxin verhindert, dass der Botenstoff (Neurotransmitter) Acetylcholin im Gehirn freigesetzt wird. Ohne diesen Botenstoff können jedoch bestimmte Informationen nicht von Nervenzelle zu Nervenzelle übertragen werden – es kommt zu Lähmungen in den Muskeln.

Während die Sporen von Clostridium botulinum Hitze überdauern können, ist das von den Bakterien produzierte Botulinumtoxin hitzeempfindlich und verliert seine Wirkung, wenn es lange genug Hitze ausgesetzt wird.