Clostridium botulinum: Krankheiten

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. Mai 2011)

Die Bakterienart Clostridium botulinum nimmt der Mensch über verdorbene Lebensmittel (z.B. aus Konservendosen oder Räucherfisch) in den Körper auf. Unter den dort herrschenden sauerstoffarmen Bedingungen können sich die Bakterien vermehren und das Nervengift (Neurotoxin) namens Botulinumtoxin bilden. Gelangt das Gift über die Nahrung in den Körper, kommt es bei der Person zum sogenannten Botulismus, einer lebensbedrohlichen Form der Lebensmittelvergiftung. Über den Magen-Darm-Trakt gerät Botulinumtoxin in das periphere Nervensystem und führt dort unter anderem zu Lähmungserscheinungen.

Clostridium botulinum ist also nicht der eigentliche Verursacher der Beschwerden – für einen erwachsenen Menschen sind die Sporen, also die Dauerformen des Bakteriums, zum Beispiel harmlos –, sondern das von den Bakterien produzierte Botulinumtoxin. Das Bakterium Clostridium botulinum befindet sich demnach nicht zwangsläufig im Körper, wenn eine Person etwas Verdorbenes gegessen hat. Allein das Botulinumtoxin führt zu den Vergiftungserscheinungen.

Etwa zwölf Stunden bis wenige Tage nach dem Verzehr eines mit Clostridium botulinum verunreinigten Lebensmittels zeigen sich Symptome wie:

Bei höheren Dosen schreiten die Lähmungen weiter fort – im schlimmsten Fall ist auch die Atemmuskulatur betroffen, was tödlich sein kann. Bei Verdacht auf Botulismus gehört die betroffene Person in jedem Fall in ärztliche Behandlung.

Botulismus kommt in Deutschland nur selten vor; 2010 wurden drei Fälle gemeldet. Dies ist vor allem den guten hygienischen Bedingungen in der Lebensmitteltechnologie zu verdanken. Da Clostridium botulinum jedoch sehr verbreitet ist, besteht die Möglichkeit, die Bakterienart in fertige Nahrungsmittel gelangt und dort das Botulinumtoxin bildet.

Säuglings- und Wundbotulismus

Eine Sonderform des Botulismus ist der Säuglingsbotulismus, der vor allem im ersten Lebensjahr auftritt. Das Bakterium Clostridium botulinum gelangt über die Nahrung – vor allem nach dem Verzehr von Honig – in den empfindlichen Darm des Babys und bildet dort das Gift Botulinumtoxin. Säuglingsbotulismus kommt in Deutschland selten vor. Es wird empfohlen, Kindern unter einem Jahr vorsichtshalber keinen Honig zu geben. Beim sehr seltenen Wundbotulismus gelangt Clostridium botulinum über eine offene Wunde in den Körper und produziert dort Botulinumtoxin.