Clonorchis sinensis (chinesischer Leberegel)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

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Clonorchis sinensis (chinesischer Leberegel) ist ein Parasit, der zu den Saugwürmern (Trematoden) zählt. Er kommt vor allem in verschiedenen Gebieten Asiens vor (z.B. China, Taiwan, Vietnam, Korea). In Ostasien sind circa 40 Millionen Menschen von Clonorchis sinensis befallen.

Befallene Säugetiere (z.B. Hunde oder Katzen) scheiden mit dem Kot infektiöse Eier von Clonorchis sinensis aus. Aus den Eiern schlüpfen Larvenstadien des Parasiten (Mirazidien, sog. Wimpernlarven), die von Wasserschnecken aufgenommen werden. In den Wasserschnecken entwickeln sich die Larven weiter zum nächsten Larvenstadium: den Zerkarien (sog. Schwanzlarven). Die Zerkarien verlassen die Wasserschnecken, suchen aktiv den nächsten Zwischenwirt auf (Süßwasserfische) und bohren sich durch die Haut ins Muskelfleisch. Dort verlieren sie ihren Schwanz und kapseln sich als Metazerkarien ein.

Über den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gekochtem Fisch können die Metazerkarien von Clonorchis sinensis in den Körper von fischfressenden Säugetieren, wie etwa Hunden, Katzen – oder Menschen, gelangen.

Krankheit

Eine Infektion mit dem Parasiten Clonorchis sinensis kann zu einer Erkrankung führen: der sogenannten Clonorchiose. Nachdem die infektiösen Metakzerkarien über den Verzehr von befallenen Fisch in den Körper des Menschen gelangt sind, erreichen sie den Dünndarm, durchdringen dort die Darmwand und wandern in Richtung Leber, um sich in den Gallengängen anzusiedeln. Hier entwickeln sich die Larven weiter zu ausgewachsenen Leberegeln und beginnen, Eier zu legen. Über den Gallensaft werden die Eier mit dem Stuhl abgegeben.

Durch die Besiedelung entstehen in den Gallengängen entzündliche Prozesse und Wucherungen, welche unter anderem die Entstehung von

Ein Befall mit Clonorchis sinensis macht sich nicht zwangsläufig durch spürbare Symptome bemerkbar. Diese treten in der Regel nur auf, wenn es sich um einen sehr starken Befall mit dem Parasiten handelt und sind auch dann eher allgemeiner Art. Mögliche Beschwerden in solch einem Fall sind zum Beispiel Fieber, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Diagnose

Bei einer Untersuchung können eine vergrößerte Leber oder eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozytose) auffallen. Eindeutig feststellen lässt sich ein Befall mit Clonorchis sinensis jedoch nur, indem man die Wurmeier im Stuhl oder im Sekret des Zwölffingerdarms nachweist.

Therapie

Eine Clonorchiose lässt sich medikamentös behandeln, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Praziquantel.

Vorbeugen

Einem Befall mit Clonorchis sinensis können Sie vorbeugen, indem Sie in Risikogebieten Süßwasserfische nur gut durchgebraten oder durchgegart verzehren. Die Larven des Parasiten sterben beim Erhitzen ab.