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Chlamydophila psittaci (Chlamydia psittaci)

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (10. November 2011)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Bakterienart Chlamydophila psittaci (früher Chlamydia psittaci) kommt weltweit vor und ruft vor allem bei Vögeln Erkrankungen hervor. Aber auch Katzen, Hunde, Ziegen, Kühe oder Schafe kommen als Infektionsquelle infrage.

Papageien und andere Vögel wie Tauben und Wellensittiche entwickeln nach Infektion mit dem Erreger Beschwerden im Bereich der Atemwege, des Darmtrakts, des Genitaltrakts und der Bindehäute. Chlamydophila psittaci ist in großen Mengen im Kot von infizierten Vögeln enthalten und bleibt dort selbst bei Austrocknung circa vier Wochen überlebensfähig. Das Einatmen von erregerhaltigem Staub (z.B. Vogelkot) führt beim Menschen zur Infektionskrankheit Ornithose. Übertragen Papageien die Erreger, spricht man bei der Erkrankung von einer Psittakose (sog. Papageienkrankheit). In seltenen Fällen wird Chlamydophila psittaci auch durch Schmierinfektionen zum Beispiel durch den direkten Kontakt mit infizierten Ausscheidungen oder Gewebeflüssigkeiten übertragen. Eine direkte Infektion von Mensch zu Mensch ist unwahrscheinlich.

Chlamydophila psittaci befällt die Zellen des Respirationstrakts, wo die Bakterien sich vermehren und dabei die Zellen schädigen. Als Folge treten akute Entzündungen auf. Die ersten Krankheitsanzeichen wie Schüttelfrost oder tagelanger langsamer Temperaturanstieg zeigen sich ein bis zwei Wochen nach einer Infektion mit Chlamydophila psittaci. Weitere Anzeichen einer Ornithose sind Gliederschmerzen, regelmäßig starker Schläfen- und Stirnkopfschmerz sowie Kreuzschmerzen. Manchmal treten bei einer Infektion mit Chlamydophila psittaci Hauterscheinungen auf. In schweren Fällen verteilen sich die Bakterien über den Blutweg und befallen Leber, Milz, Herz und das zentrale Nervensystem. Bei schwerem Krankheitsverlauf kommt es zu Apathie, Benommenheit, Unruhe und Schlaflosigkeit.

Nach circa fünf Tagen lässt sich die Infektion mit Chlamydophila psittaci durch eine Röntgenaufnahme der Lunge nachweisen. Hierauf sind über beide Lungen verstreute wolkige Herde zu sehen. Eine Besserung tritt nur langsam ein – die Erkrankung kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Die Sterblichkeit liegt bei 20 bis 50 Prozent.

Ist die Erkrankung einmal überstanden, besteht beim Betroffenen über viele Jahre hinweg eine Immunität gegenüber dem Krankheiterreger. In Deutschland gab es im Jahr 2010 insgesamt 25 gemeldete Infektionen mit Chlamydophila psittaci.


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