Chlamydia pneumoniae

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. Mai 2017)

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Die Bakterienart Chlamydia pneumoniae kann der Auslöser verschiedener Atemwegsinfekte sein und geht zum Beispiel oft mit Husten einher. Infekte durch Chlamydia pneumoniae sind weltweit verbreitet. Auch wenn die Beschwerden oft eher mild sind, können die Erkrankungen dennoch unangenehm sein, denn meist häufig halten sie sich sehr hartnäckig und sind dadurch recht langwierig.

Steckbrief Chlamydia pneumoniae
Die Bakterienart Chlamydia pneumoniae (auch Chlamydophila pneumoniae genannt) lebt innerhalb von Körperzellen und vermehrt sich dort auch. Sie benötigen bestimmte Moleküle, die für den Energiestoffwechsel in der Zelle notwendig sind: sogenannte Nukleotide. Selbst können die Erreger allerdings keine Nukleotide herstellen. Daher ist Chlamydia pneumoniae auf menschliche Zellen angewiesen, die ihnen eine Nukleotid-Quellen liefern, die sie plündern können. Man bezeichnet Chlamydien deshalb auch Energieparasiten. Bakterien der Art Chlamydia pneumoniae kommen in zwei physiologischen, stoffwechselaktiven Lebensformen vor:

  • Als sog. Elementarkörperchen liegen die Bakterien im Inneren von Zellen (intrazellulär) vor. In diesem Zustand sind die Chlamydien infektiös.
  • Als sog. Initialkörperchen liegen die Bakterien außerhalb von Zellen (extrazellulär). Die Chlamydien sind in diesem Zustand nicht infektiös.

Krankheiten

Die Bakterienart Chlamydia pneumoniae kann Atemwegsinfekte wie eine Bronchitis, Rachenentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung hervorrufen. Daneben kann der Erreger eine Ursache für (atypische) Lungenentzündungen sein, die eher mild verlaufen. Die Erreger werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Küssen. Infekte durch Chlamydia pneumoniae sind oft sehr hartnäckig.

Weltweit kommen Atemwegsinfekte durch Chlamydia pneumoniae häufig vor. Man schätzt, dass bis zum Alter von 20 Jahren bereits 60 Prozent der Bevölkerung einmal eine Infektion durchgemacht haben. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil in der Bevölkerung größer.

Symptome

Bis nach einer Infektion mit Chlamydia pneumoniae die ersten Symptome auftreten, können ein bis vier Wochen vergehen. Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel

Ein starkes Krankheitsgefühl tritt dabei in der Regel nicht auf.

Diagnose

Ob Chlamydia pneumoniae die Ursache einer Atemwegsinfektion ist, lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen. Hierzu verwendet man meist eine Probe des Auswurfs oder des Bronchialsekrets, die mithilfe von molekularbiologischen Methoden (der sog. PCR, Polymerase-Kettenreaktion) auf Erbmaterial des Erregers untersucht wird.

Eine Infektion mit Chlamydia pneumoniae lässt sich außerdem nachweisen, indem eine Blutprobe auf bestimmte Antikörper untersucht. Ein positiver Befund weist allerdings nur nach, dass sich das Immunsystem mit diesem Erreger auseinandergesetzt hat, nicht jedoch, wann das war. Man erhält also keine Information darüber, ob es sich um eine akute oder länger zurückliegende Infektion handelt. Als möglichen Hinweis auf einen akuten Chlamydia-pneumoniae-Infekt lässt sich eigentlich nur werten, wenn die nachgewiesene Antikörpermenge sehr hoch ist und der Betroffene gleichzeitig passende Symptome aufweist. Bei einer akuten Infektion kann es zudem einige Wochen dauern, bis das Immunsystem anfängt, Antikörper gegen die Erreger zu produzieren. Ein negativer Test schließt daher nicht zwangsläufig aus, dass eine Infektion besteht.

Therapie

Eine Infektion mit Chlamydia pneumoniae lässt sich mit Antibiotika behandeln. Zur Therapie einer Chlamydien-Infektion setzt man über einen Zeitraum von 10 bis 21 Tagen vor allem Wirkstoffe wie Doxycyclin, Erythromycin oder Azithromycin ein.

Komplikationen

In der Regel treten bei einem Atemwegsinfekt durch Chlamydia pneumoniae keine Komplikationen auf. Nur in sehr seltenen Fällen kann es als Folge der Infektion zum Beispiel zu einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder auch einer reaktiven Arthritis kommen.

Vorbeugen

Einer Atemwegsinfektion durch Chlamydia pneumoniae können Sie nicht direkt vorbeugen. Allerdings können Sie versuchen, sich indirekt vor einer Infektion zu schützen, zum Beispiel indem Sie Ihr Immunsystem stärken . Vor allem eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Schlaf helfen dabei.