Borrelia recurrentis

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Mai 2016)

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Bakterien der Art Borrelia recurrentis können über Kleiderläuse auf den Menschen übertragen werden und dort das sogenannte "epidemische Läuserückfallfieber" auslösen. Der Krankheitserreger kommt vor allem in Nord-, Ost- und Zentralafrika sowie in Asien und Südamerika vor.  

Die Bakterien haben eine schraubenähnliche Form und weisen jeweils drei bis zehn flache Windungen auf. Indem sie sich um die eigene Längsachse drehen, können sie sich fortbewegen. Borrelia recurrentis kann bei einem Lausbefall auf die Haut des Menschen gelangen, wenn infizierte Kleiderläuse zerdrückt werden. Durch Kratzen werden die Bakterien in die Haut eingerieben und gelangen so in den menschlichen Körper. Das epidemische Läuserückfallfieber entsteht vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen und beengten Verhältnissen, wie sie zum Beispiel in Kriegs- und Katastrophensituationen vorkommen können (etwa in Flüchtlingslagern).

Epidemisches Läuserückfallfieber

Symptome

Etwa 5 bis 15 Tage nach der Infektion bricht hohes Fieber aus, das meist von Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen begleitet wird. Das Fieber hält circa 3 bis 6 Tagen an und sinkt dann wieder. Es folgt ein fieberfreier Abschnitt von etwa 7 Tagen und schließlich ein weiterer zwei- bis dreitägiger Fieberanfall. Dieser Wechsel von fieberfreien Phasen und Fieberschüben wiederholt sich noch einige Male, wobei die Fieberphasen nach und nach leichter ablaufen.

In den fieberfreien Zeiträumen befindet sich Borrelia recurrentis  in verschiedenen Körperorganen und ist in dieser Zeit auch nicht im Blut nachweisbar. So gelingt es den Bakterien, sich vor den Fresszellen des Immunsystems zu verstecken und sich zu vermehren. Treten die Borrelien dann aus den Organen zurück in die Blutbahn, hat sich ihre Oberflächenstruktur verändert. Dadurch weisen sie neue Antigene auf, die das Immunsystem noch nicht kennt und auf die der Körper daher nicht mit Abwehrmechanismen reagieren kann. Das Ergebnis ist ein weiterer Fieberschub.

Therapie

Eine Infektion mit Borrelia recurrentis lässt sich mit Antibiotika behandeln, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Doxycyclin oder Chloramphenicol.

Vorbeugen

Borrelia recurrentis wird über Kleiderläuse übertragen. Um einer Infektion vorzubeugen, sollten Sie bei einem Aufenthalt in Risikogebieten vermehrt auf Hygiene achten. Kommt es zu einem Lausbefall, bekämpfen Sie diesen möglichst sofort.