Blastomyces dermatitidis

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. April 2016)

© CDC

Der Erreger Blastomyces dermatitidis zählt zu den Pilzen und kommt hauptsächlich im Erdboden vor. Das Einatmen der Pilzsporen kann beim Menschen zur sogenannten Blastomykose führen.

Die Pilzart Blastomyces dermatitidis ist vor allem in diesen Ländern verbreitet:

  • USA (besonders im Süden und Osten)
  • Kanada
  • Lateinamerika
  • Afrika (Demokratische Republik Kongo, Tansania, Südafrika)
  • Indien
  • Israel
  • Saudi-Arabien

Steckbrief Blastomyces dermatitidis

Je nach Temperatur findet man Blastomyces dermatitidis in einer von zwei Erscheinungsformen vor. Aus diesem Grund zählt man diesen Pilz zu den sogenannten dimorphen Pilzen (griech. dimorph = zweigestaltig):

  • Bei einer Temperatur von 25 Grad Celsius wächst der Pilz in Form von fadenförmigen Zellen,
  • bei 37 Grad Celsius – also bei Körpertemperatur – wächst er in Form von rundlichen Hefezellen (Sprosszellen).

Mikroskopische Aufnahme einer Gewebeprobe von einem Patienten mit Blastomykose. © CDC

Mikroskopische Aufnahme einer Gewebeprobe von einem Patienten mit Blastomykose. Man erkennt die rundlichen Sprosszellen von Blastomyces dermatitidis.

Blastomykose

Eine Infektion mit dem Pilz Blastomyces dermatitidis kann zur sogenannten Blastomykose führen. Atmet man die Pilzsporen ein, gelangt der Erreger in die Lunge und kann dort akute, grippeähnliche Beschwerden auslösen. Mögliche Symptome sind zum Beispiel:

Diese grippeähnlichen Beschwerden lassen in der Regel innerhalb von ein bis drei Wochen nach.

Von der Lunge breitet sich Blastomyces dermatitidis bei einigen Betroffenen über das Blut in andere Organe wie Knochen, Prostata, Nebenhoden oder Gehirn aus. Auf der Haut können eitrige Knoten (Granulome) entstehen, die von Abszessen umrandet sind. Kommt es zusätzlich zu Hautinfektionen durch Bakterien (sog. Superinfektion) entstehen Geschwüre. Die entzündeten Stellen heilen sehr langsam ab und lassen häufig eine dellenförmige Narbe zurück.

Im Verlauf der Erkrankung sind weitere Beschwerden möglich, wie:

Als Folge entzündlicher Prozesse in der Lunge können sich durch untergehendes entzündetes Gewebe Hohlräume im Lungengewebe bilden. Ist das Gehirn von der Infektion mit Blastomyces dermatitidis betroffen, können Teile des Hirngewebes Schaden nehmen und zu Symptomen wie Krampfanfällen oder Lähmungen führen.

In manchen Fällen beginnt die Blastomykose jedoch nicht akut, sondern schleichend über einen längeren Zeitraum. Da die Beschwerden hierbei oft viel milder ausfallen, wird die Erkrankung nicht immer als solche wahrgenommen. Eine Diagnose erfolgt dann häufig erst, wenn sich die Blastomykose bereits von der Lunge auf andere Körperbereiche ausgebreitet hat.

Bei einer Beteiligung anderer Körperbereiche als der Lunge nimmt die Erkrankung unbehandelt oft einen lebensbedrohlichen Verlauf.

Therapie

Eine Blastomykose lässt sich mit den Wirkstoffen Itraconazol und Amphotericin B behandeln.