Bettwanzen: Unliebsame Mitbewohner: Bettwanzen bekämpfen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. April 2013)

Es ist ein schwieriges, oft langwieriges und teures Unterfangen, Bettwanzen erfolgreich zu bekämpfen. Der Grund: Bettwanzen sind sehr widerstandsfähig und reagieren zudem auf viele Insektizide nicht mehr – sie sind resistent.

Nachvollziehbar, aber nicht empfehlenswert: Wer sich wegen der Bettwanzen schämt, selbst aktiv wird und auf professionelle Hilfe verzichtet, verschlimmert das Problem meist. Die Bettwanzen überleben und richten weiterhin Schaden an.

Rufen Sie unbedingt Fachleute, um die Bettwanzen bekämpfen zu lassen. Nur Kammerjäger verfügen über die richtigen Gerätschaften und Mittel, um die Parasiten zu vernichten (sog. Entwesung). Privatleute können Bettwanzen aus folgenden Gründen kaum ohne Hilfe von Profis bekämpfen:

  • Bettwanzen tolerieren Temperaturen von 5 bis 40 Grad Celsius, sie sind sehr anpassungsfähig.
  • Bettwanzen überleben monatelange "Dürrephasen", in denen sie kein Blut bekommen.
Mann sprüht Insektizid auf den Boden. © Jupiterimages/liquidlibrary

Mit Insektiziden kann man Bettwanzen bekämpfen.

Um Bettwanzen zu bekämpfen, setzen Fachleute meist auf die sogenannte integrierte Schädlingsbekämpfung: Sie kombiniert physikalische, chemische und biologische Methoden. Ziel ist es, sowohl den Menschen als auch Tiere und die Umwelt so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Wer Bettwanzen bekämpfen möchte, muss ihr Versteck beziehungsweise ihre Verstecke ausfindig machen. Die Wanzen selbst, ihre abgestreifte Haut und die Eier lassen sich mit dem Auge erkennen. Schädlingsbekämpfer sichten die befallenen Räumlichkeiten und schlagen eine Methode vor, mit der sich die Bettwanzen erfolgreich vernichten lassen.

In vielen Fällen gehen sie wie folgt vor:

  • Sie sprühen Verstecke der Bettwanzen mit Insektiziden ein, etwa Ritzen und Spalten.
  • Anschließend tragen sie das Insektenschutzmittel auf Wände und Böden auf, die befallene Gegenstände umgeben, und behandeln Türrahmen.
  • Solche Insektizidbarrieren sollen die Bettwanzen daran hindern, von einem befallenen in ein nicht befallenes Areal laufen zu können, ohne mit dem Insektizid in Berührung zu kommen.

Gegen Bettwanzen helfen zudem Kälte oder Hitze: Kleinere Gegenstände wie Bilderrahmen oder Bücher lassen sich in der Gefriertruhe "bearbeiten". Sie sollten zwei bis drei Tage einer Temperatur von -18 Grad ausgesetzt werden. Dies tötet auch Wanzeneier zuverlässig. Die Alternative ist Hitze: Um Bettwanzen erfolgreich zu bekämpfen, muss eine Temperatur über 45 Grad Celsius herrschen, und das für mindestens 30 Minuten! Mittels spezieller Öfen lassen sich ganze Räume von Bettwanzen befreien.

Weitere Tipps:

  • Gegenstände, die nicht in die Waschmaschine passen, etwa Matratzen, lassen sich mit einem Dampfreiniger reinigen.
  • Einige Hotels nutzen spezielle Bettwanzenbezüge, die sie über die Matratzen ziehen. Kommt es zu einem Befall mit Bettwanzen, reicht es, diese Bezüge auszutauschen.

Profis bekämpfen die Tiere vor allem mit den sogenannten Pyrethroiden, einer Wirkstoffgruppe der Insektizide. Da viele Insektizide nichts gegen die Eier der Parasiten ausrichten können, sondern nur bereits geschlüpfte Tiere bekämfen, müssen sie über lange Zeit wirken, mindestens über sechs Wochen (sog. Residualwirkung). Dies stellt sicher, dass nachschlüpfende Tiere unmittelbar getötet werden, wenn sie mit der behandelten Oberfläche in Kontakt kommen.

In den letzten Jahren berichten immer mehr Schädlingsbekämpfer von Bettwanzenstämmen, die nicht mehr empfindlich auf Pyrethroide reagieren – sie sind resistent.

Besonders wichtig: Um eine ganze Wanzenpopulation zu vernichten, sollte der Erfolg der Maßnahmen wöchentlich kontrolliert werden. Zudem empfehlen Experten, die Behandlung zu wiederholen, die Bettwanzen also mehrmals zu bekämpfen.