Bakterien: Aufbau und Struktur: Sporen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. April 2014)

Wenn sich die Lebensbedingungen verschlechtern (z.B. durch mangelndes Nahrungsangebot), können einige Bakterienarten Sporen bilden. Sporen sind kugelige bis ovale Dauerformen der Bakterien, die ungünstige Lebensumstände Jahrzehnte überleben und auch nach langer Zeit noch infektiös sein können.

Sporen entstehen, indem die ursprüngliche bakterielle Zelle schrumpft. Außerdem wird eine spezielle, dickere Sporenwand ausgebildet, die sehr widerstandsfähig gegenüber chemischen oder physikalischen Einflüssen ist. Große Hitze zum Beispiel halten Sporen in der Regel sehr gut aus. Einige Sporen überstehen auch mehrstündiges Kochen, was ein Problem für die Hitzesterilisation von medizinischen Utensilien sein kann.

Für den Menschen haben nur die beiden Bakterien-Gattungen Clostridium und Bacillus als Sporenbildner eine Bedeutung (beide gehören zu den grampositiven Bakterien).

Während der Sporenphase kommt der Stoffwechsel der Zelle zum Erliegen: Das Bakterium benötigt in dieser Form weder Nahrung noch Energie für die Aufrechterhaltung seiner Lebensvorgänge. Sobald sich die Lebensbedingungen verbessern, wandeln sich die Sporen wieder zu lebenden Bakterien (in die sog. vegetative Form) um, die sich vermehren können.