Bakterien: Aufbau und Struktur: Kapsel

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. April 2014)

Manche Bakterien umgeben ihre Zelle mit einer Polymer-Kapsel. Das zähe, hochvisköse Polymer besteht aus Polysacchariden (Mehrfachzuckern) oder Aminosäuren und schützt die Bakterien vor den Fresszellen des Immunsystems.

Geißeln (Flagellen)

Geißeln (Flagellen) sind fadenförmige Fortsätze, mit deren Hilfe sich Bakterien fortbewegen: Geißeln können sich ähnlich einem Propeller oder einer Schiffsschraube um ihre eigene Achse drehen und ermöglichen eine zielgerichtete Bewegung. Bis zu 0,025 Millimeter pro Sekunde sind so im Durchschnitt möglich – ein Ausnahmetalent sind Vibrionen mit circa 0,2 Millimeter pro Sekunde. Allerdings sind nicht alle Bakterien begeißelt. Sofern Geißeln vorhanden sind, sind diese je nach Bakterienart verschieden angeordnet, so zum Beispiel:

  • monotrich: Das Bakterium besitzt eine einzelne Geißel an einem der beiden Zellpole (z.B. Vibrio cholerae).
  • lophotrich: Das Bakterium besitzt ein ganzes Büschel Geißeln an einem der beiden Zellpole (z.B. Pseudomonas).
  • amphitrich: Das Bakterium besitzt gruppierte Geißeln an beiden Zellpolen (bipolare Begeißelung).
  • peritrich: Das Bakterium ist rundherum begeißelt (z.B. Escherichia coli, Salmonellen).
Das Bild zeigt Bakterien. © Jupiterimages/iStockphoto

Escherichia-coli-Bakterien sind peritrich begeißelt.

Vereinzelt gibt es bei gramnegativen Bakterien auch Arten, bei denen Geißeln im periplasmatischen Raum vorkommen, also zwischen Zellwand und äußerer Membran (z.B. bei Borrelien). Diese periplasmatischen Flagellen machen bewegungstechnisch keinen Sinn und sind wahrscheinlich entwicklungsgeschichtliche Rudimente.

Geißeln wirken als starke Antigene und werden deshalb bei den Enterobacteriaceae, zu denen viele Darmbakterien gehören, auch H-Antigene genannt. H-Antigene können (wie die O-Antigene der LPS-Schicht) zur Typisierung der Bakterien genutzt werden.