Bakterien: Aufbau und Struktur: Cytoplasma

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. April 2014)

In der Bakterienzelle befindet sich eine wässrige Grundsubstanz: das Cytoplasma. Diese macht 75 bis 95 Prozent der Zellmasse aus und enthält zahlreiche Stoffe, wie etwa

  • gelöste Lipide (Fette),
  • Eiweiße (Proteine),
  • Spurenelemente und
  • Mineralsalze.

Außerdem finden sich im Cytoplasma verschiedene Zelleinschlüsse wie Granula und Vesikel:

  • Vesikel sind kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die Stoffe einschließen, die beispielsweise aus der Zelle herausgeschleust werden sollen.
  • Granula sind winzige Körnchen, die z.B. als Speicherdepot fungieren und bestimmte Stoffe enthalten.

Daneben finden sich im Cytoplasma neben dem Kernäquivalent und Plasmiden auch RNA und zahlreiche Ribosomen. Ribosomen sind für die Translation beziehungsweise zur Synthese von Proteinen notwendig sind und kommen recht zahlreich im Cytoplasma vor: Eine einzelne bakterielle Zelle enthält rund 20.000 Stück von ihnen.

Cytoplasmamembran

Das Cytoplasma wird durch die Cytoplasmamembran eingeschlossen. Diese besteht aus einer doppelten Schicht von Phospholipiden. Dabei ist der Phosphatanteil wasserliebend (hydrophil), der Lipidanteil dagegen wasserabstoßend (hydrophob). Die hydrophoben Lipidanteile der Doppelschicht zeigen nach außen.

Die Cytoplasmamembran hat eine wichtige Barrierefunktion. In ihr sind zahlreiche Polypeptidmoleküle eingebettet, die unter bestimmten Bedingungen einen kontrollierten Stoffaustausch zwischen dem Inneren und dem Äußeren der Zelle gestatten. So können Stoffe durch aktiven Transport in die Zelle hineingelangen oder Proteine nach außen geschleust werden. Ferner finden sich in der Cytoplasmamembran Enzyme der Atmungskette und solche, die für den Aufbau der Zellwand notwendig sind.