Bacillus anthracis

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. September 2011)

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Das Bakterium Bacillus anthracis kommt weltweit vor, sein natürlicher Lebensraum ist der Erdboden. Der Krankheitserreger verursacht den häufig tödlich endenden Milzbrand (Anthrax) bei Menschen und bei pflanzenfressenden Tieren wie Kühen oder Schafen.

95 Prozent aller durch eine Bacillus-anthracis-Infektion führen zu Hautmilzbrand, der sich anfangs durch eine schmerzlose, juckende Papel an Händen, Unterarmen oder im Gesicht äußert, die sich später von der Mitte her schwarz färbt. Das Bakterium kann aber auch andere Milzbrandformen wie Lungenmilzbrand oder Darmmilzbrand auslösen. Alle drei Formen können eine Milzbrandsepsis nach sich ziehen, die innerhalb weniger Stunden tödlich endet.

Die Bakterien bilden widerstandfähige Dauerformen (Sporen), die in der Natur über Jahrzehnte lebensfähig bleiben können. Im Körper bildet Bacillus anthracis eine besondere Kapsel aus D-Glutaminsäure, die den Erreger vor den Fresszellen des Immunsystems schützt.

Vor allem in Südeuropa und Südamerika kommt es bei Nutztieren häufig zu Milzbrand-Erkrankungen durch Bacillus anthracis. Die Krankheit kann auch auf den Menschen übertragen werden (Zoonose), meistens durch den Kontakt zu erkrankten Tieren oder mit Tierprodukten, die durch Bacillus anthracis verunreinigt sind. Am häufigsten gelangt Bacillus anthracis über Hautverletzungen in den menschlichen Körper, selten auch über den Mund, den Verdauungstrakt oder durch Einatmen der Sporen. Tiere nehmen die Bakterien mit ihrem Futter auf.

Milzbranderkrankungen beim Menschen werden weltweit immer seltener. In den USA wurden zwischen 1972 und 1981 nur 17 Milzbrandfälle gemeldet. Allerdings hat der Erreger inzwischen Bedeutung als biologischer Kampfstoff gewonnen. 2001 starben in den USA fünf Menschen durch milzbrandverseuchte Briefe.

Zur Behandlung einer Bacillus-anthracis-Infektion kommen Antibiotika zum Einsatz. Um einer Infektion mit Bacillus anthracis vorzubeugen, sollte man den Kontakt zu infizierten Tieren meiden (auch wenn diese bereits verstorben sind) und Tierkadaver verbrennen.