Anaerobe Aktinomyzeten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juli 2014)

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Anaerobe Aktinomyzeten gehören zu den Bakterien, die ähnlich wie Pilze in verzweigten Geflechten wachsen – daher nannte man Aktinomyzeten früher auch Strahlenpilze.

Wie der Name schon sagt, benötigen anaerobe Aktinomyzeten keinen Sauerstoff, um sich zu vermehren – deshalb findet man sie in sauerstoffarmen Umgebungen wie etwa dem Körpergewebe.

Anaerobe Aktinomyzeten sind Bestandteil der normalen menschlichen Bakterienflora der Haut und Schleimhaut und kommen auch bei gesunden Menschen zum Beispiel

  • im Mund,
  • im Verdauungs-
  • und im Genitaltrakt

vor.

Kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut ermöglichen es den anaeroben Aktinomyzeten jeodch, in den Körper einzudringen und sich im Gewebe zu vermehren.

Gelangen die Aktinomyzeten in tiefer liegendes Gewebe, zum Beispiel über kariöse Zähne, können sich mehrere kleine, verbundene Eitergeschwüre entwickeln. Dabei handelt es sich fast immer um eine Mischinfektion, an der auch andere Bakterien beteiligt sind.

Diese Infektionskrankheit nennt man fachsprachlich Aktinomykose – auch Strahlenpilzkrankheit genannt. Der Haupterreger ist dabei die Bakterienart Actinomyces israelii.

Pro Jahr kommt es bei 2,5 bis 5 von 100.000 Menschen zu einer Aktinomykose. Dabei sind Männer doppelt so oft wie Frauen betroffen. Spezifische vorbeugende Maßnahmen gibt es bisher nicht.

Wer unter oberflächlichen Rötungen auf der Haut und großen Eitergeschwüren leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei einer von Aktinomyzeten verursachten Infektion kann der Arzt im Eiter sogenannte Drusen feststellen. Dabei handelt es sich um gelbliche, harte Körnchen, die sich schwer zerreiben lassen.

Zur Behandlung der Aktinomykose kommen meistens Antibiotika zum Einsatz, die der Arzt intravenös verabreicht – also als Infusion oder Spritze. Nach etwa vier Wochen stellt er meist auf Tabletten um.

Neben den anaerobe Aktinomyzeten gibt es noch eine weitere Gruppe: die sogenannten aeroben Aktinomyzeten. Diese Stäbchenbakterien können sich nur vermehren, wenn Sauerstoff vorhanden ist. Aerobe Aktinomyzeten sind in der Umwelt sehr weit verbreitet und spielen eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Stoffe – zum Beispiel bei der Kompostierung oder Verwesung.

Wissenswertes

Bei den Aktinomyzeten handelt es sich um sogenannte grampositive Stäbchenbakterien, und nicht um Pilze! Daher ist der Name „Strahlenpilz“ etwas irreführend. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten zwischen Aktinomyzeten und Pilzen: Aktinomyzeten können zum Beispiel wie echte Pilze zu fädig-verzweigten Geflechten auswachsen und teilweise sogar Sporen ausbilden.