Zyklusstörungen: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

Bei Zyklusstörungen richtet sich die Therapie vor allem danach, was für die Frau wichtig ist: Möchte sie eine Unfruchtbarkeit beheben lassen oder nur die Regelabstände normalisieren?

In den meisten Fällen sind Zyklusstörungen durch entsprechende Hormonpräparate leicht zu behandeln.

Sind die Zyklusstörungen durch Funktionsstörungen von Organen entstanden, ist es unter Umständen möglich, dies durch eine Operation zu beheben. Bei Menstruationsstörungen, die durch Stress oder psychische Belastungen entstanden sind, können Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenem Training oder – in schwerwiegenden Fällen – eine Psychotherapie helfen. Wie die Behandlung im Einzelfall aussieht, hängt auch von der Art der Zyklusstörung ab:

  • Ausbleiben der Regel (Amenorrhö): Wenn Sie gar keine Regelblutung haben oder die Periode mehrere Monate lang ausbleibt, bekommen Sie in der Regel Hormone. Vor Beginn der Therapie ist aber in jedem Fall eine Schwangerschaft auszuschließen! Liegen der Zyklusstörung äußere und innere (v.a. psychische) Belastungen zugrunde, zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab.
  • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö) und verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Bei einer Periode mit normaler Dauer und Stärke, aber mit verlängerten oder verkürzten Zyklusintervallen ist häufig keine Behandlung nötig, vor allem wenn kein Kinderwunsch besteht. Ansonsten können gegen solche Zyklusstörungen Hormonpräparate helfen, die den Zyklus beeinflussen. Auch bei der Oligomenorrhö gilt: Vor der Therapie unbedingt eine Schwangerschaft ausschließen!
  • Verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhö) und verlängerte Regelblutung (Menorrhagie): In dem Fall zielt die Behandlung zunächst auf die Ursache der Zyklusstörung ab. Ursächliche organische Veränderungen wie Myome (Gebärmuttergeschwulste) oder Polypen können Sie abhängig von Lage und Größe operativ entfernen lassen oder medikamentös behandeln. Bestimmte Medikamente erhöhen die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter und haben dadurch eine blutstillende Wirkung. Findet sich keine organische Ursache für die zu starke und lange Regelblutung, können womöglich Hormonpräparate die Blutungsstärke regulieren. Auch eine Ausschabung der Gebärmutter kann Ihre Beschwerden verringern. Sind die Zyklusstörungen bei Ihnen besonders schwer ausgeprägt, besteht zudem die Möglichkeit, die Gebärmutterschleimhaut mit Laser oder Hitzebehandlung abzutragen oder auch die Gebärmutter vollständig zu entfernen (sog. Hysterektomie).
  • Schwache Periode (Hypomenorrhö): Diese Zyklusstörung erfordert im Allgemeinen keine Behandlung. Eine zu schwache Regelblutung kann gelegentlich ein Symptom einer Funktionsschwäche der Eierstöcke sein. Wenn Sie deswegen unfruchtbar sind, aber einen Kinderwunsch haben, ist eine hormonelle Stimulationstherapie für Sie empfehlenswert.
  • Unregelmäßige Regelblutung (Metrorrhagie): Die Therapie von zusätzlich auftretenden Zwischenblutungen zielt auf deren Ursachen ab. Haben Sie Myome (Gebärmuttergeschwulste), ist es ratsam, diese entsprechend behandeln zu lassen. Sind hormonelle Störungen für die Zyklusstörungen verantwortlich, kommen dagegen Hormonpräparate oder – wenn Ihre Kinderplanung abgeschlossen ist – eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut infrage.
Haben Sie neben Zyklusstörungen Regelschmerzen, richtet sich deren Behandlung ebenfalls zunächst nach der Ursache. Ansonsten helfen krampflösende Medikamente und Schmerzmittel sowie unterstützend eine krankengymnastische und physikalische Therapie. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie in körperlich schwächerer Verfassung sind. Treten zusätzlich zu den Zyklusstörungen seelische Verstimmungen, nervöse Reizzustände oder Depressionen auf, können Ihnen einfache Formen der Psychotherapie sowie Entspannungsübungen helfen.

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