Zyklusstörungen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

Der Begriff Zyklusstörungen bezeichnet Abweichungen vom normalen, regelmäßigen Monatszyklus der Frau. Äußeres Zeichen des im weiblichen Körper ablaufenden Menstruationszyklus ist die Menstruation – auch Periode, Regelblutung oder Monatsblutung genannt.

Meist setzt die Menstruation zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr ein. Beginnt sie früher, sprechen Mediziner von einer Frühmenarche, bei späterem Eintreten von einer Spätmenarche. Die Zykluslänge ist der Zeitraum zwischen zwei Regelblutungen – der Zyklus beginnt am ersten Blutungstag und ist durchschnittlich 28 Tage (+/- 3 Tage) lang. Die Regelblutung selbst dauert meist 4 bis 5 Tage; am zweiten Tag ist die Blutung im Allgemeinen am stärksten. Der weibliche Körper verliert während der Menstruation insgesamt etwa 50 bis 100 Milliliter Blut. Eine solche reguläre und ohne Beschwerden verlaufende Regelblutung heißt Eumenorrhö.

Störungen im Monatszyklus können das Zyklusschema sowie die Stärke und/oder Dauer der Monatsblutungen betreffen. Entsprechend unterscheidet man bei Zyklusstörungen:

  • Rhythmusstörungen (Tempostörungen), bei denen das Blutungsintervall verändert ist – wie:       
    • Ausbleiben der Periode (Amenorrhö): Die Periode bleibt mehrere Monate lang oder vollständig aus. Ist bis zum 15. Lebensjahr noch keine Periode aufgetreten, bezeichnen Mediziner dies als primäre Amenorrhö. Wenn bereits Monatsblutungen erfolgt sind und dann blutungsfreie Intervalle von drei Monaten oder mehr eintreten, liegt eine sekundäre Amenorrhö vor.
    • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö): Die Menstruation zeigt eine normale Dauer und Stärke, aber ihr Intervall beträgt mehr als 31 Tage.
    • Verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Die Zykluslänge ist kürzer als 25 Tage, die Periode setzt also jedes Mal zu früh ein. Der Zyklus kann dabei sowohl regelmäßig als auch unregelmäßig verkürzt sein.
  • Typusstörungen, bei denen die Blutungsstärke verändert ist – wie:
    • Sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö): Durch die starke Menstruation benötigen die Betroffenen mehr als fünf Monatsbinden oder Tampons pro Tag. Oft finden sich im Regelblut größere Blutklümpchen (sog. Blutkoagula).
    • Schwache Regelblutung (Hypomenorrhö): Eine zu schwache Periode tritt häufig bei Frauen auf, bei denen die Wechseljahre begonnen haben, sowie manchmal bei übergewichtigen Frauen. Oft dauert die Regelblutung dann auch nur ein bis zwei Tage oder sogar nur ein paar Stunden. Häufig tritt auch nur eine Schmierblutung statt der Periode auf.
    • Übermäßig lange Regelblutung (Menorrhagie): Die Periode hat eine Dauer von mehr als sechs Tagen und ist sehr stark.
    • Unregelmäßige Regelblutung (Metrorrhagie): Neben der normalen Regelblutung kommt es zu unregelmäßigen Zwischenblutungen, die mehrere Tage (meist sechs bis zehn) andauern können.

Zu den Zyklusstörungen in Form von unregelmäßigen Zwischenblutungen gehören:

  • Schmierblutung: Diese kann vor und nach der Periode auftreten (sog. prä- bzw. postmenstruelles Spotting). Manchmal kommt es auch nur zu einer Schmierblutung statt der Periode.
  • Mittelblutung: Dies ist eine zum Zeitpunkt des Eisprungs stattfindende Zwischenblutung.
  • Azyklische Dauerblutung: Darunter versteht man eine unabhängig vom Zyklus auftretende, lang anhaltende Blutung.

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