Startseite > Krankheiten > Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
Veröffentlicht von: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni bzw. Duodenalulkus) ist ein gutartiges Geschwür (= Ulkus) im Zwölffingerdarm (= Duodenum), also eine tief reichende Schädigung der Wand des Zwölffingerdarms. Zwölffingerdarmgeschwüre sind mindestens viermal so häufig wie Magengeschwüre.
Damit ist das Zwölffingerdarmgeschwür die häufigste Form der dauerhaften Geschwürerkrankungen. Häufigste Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist eine übermäßige Absonderung (Hypersekretion) von Magensaft. Außerdem scheinen Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Ulcus duodeni zu spielen. Darüber hinaus können viele weitere Faktoren wie bestimmte Medikamente, Nikotin oder Stress die Entstehung von Geschwüren im Zwölffingerdarm begünstigen.
Die von einem Zwölffingerdarmgeschwür hervorgerufenen Symptome sind eher wenig kennzeichnend: Die möglichen Beschwerden eines Ulcus duodeni reichen von Schmerzen, Druck und Völlegefühl im Oberbauch bis zu Aufstoßen, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen.
Die beim Zwölffingerdarmgeschwür zur Behandlung eingesetzten Medikamente dienen vor allem dazu, die Produktion von Magensäure zu hemmen. Daneben ist oft eine Umstellung in der Lebensgestaltung hilfreich: Dies bedeutet zum Beispiel, bei einem Zwölffingerdarmgeschwür auf eine magenfreundliche Ernährung zu achten und Stress zu vermeiden. Nur selten ist bei einem Ulcus duodeni zur Therapie eine Operation erforderlich: Dies ist nach mehrfachen erfolglosen Behandlungsversuchen der Fall oder wenn Komplikationen auftreten (wie Blutungen oder ein Durchbruch in die Bauchhöhle, durch den sich eine Bauchfellentzündung entwickeln kann).
Allgemein lassen sich bei einem Zwölffingerdarmgeschwür mithilfe einer angemessenen Therapie hohe Heilungsraten erzielen: Über 90 Prozent der Geschwüre im Zwölffingerdarm heilen erfolgreich ab. Allerdings kann ein Ulcus duodeni nach einer gewissen Zeit wieder auftreten (also ein Rezidiv bilden). Durch geeignete Vorbeugemaßnahmen (die weitgehend der Behandlung bestehender Geschwüre entsprechen) kann man das Risiko für Rezidive jedoch gering halten.
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