Zwölffingerdarm­geschwür (Ulcus duodeni): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2016)

Prognose

Ein mit Medikamenten behandeltes Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) nimmt überwiegend einen guten Verlauf: In über 90 von 100 Fällen gelingt es, das Geschwür im Zwölffingerdarm erfolgreich zu behandeln. Allerdings treten viele Zwölffingerdarmgeschwüre nach einer gewissen Zeit wieder auf (sog. Rezidiv). Vorbeugemaßnahmen können das Risiko hierfür jedoch erheblich senken.

Komplikationen

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür können verschiedene Komplikationen auftreten: Häufig neigen Zwölffingerdarmgeschwüre zur Blutung, die verschiedene Ausmaße annehmen kann. Kleinere, dauerhaft anhaltende Blutungen bleiben häufig unbemerkt und führen schließlich zur Blutarmut (Anämie). Daneben können durch größere Blutungen aus dem Zwölffingerdarmgeschwür schwarzgefärbte sogenannte Teerstühle (Meläna) auftreten und es kann zu sehr starken Blutungen, den sogenannten Massenblutungen, kommen, die infolge des Blutverlustes zu einem Schock führen können.

Weitere Komplikationen sind möglich, wenn ein Zwölffingerdarmgeschwür im Verlauf der Erkrankung in benachbarte Organe wie Bauchspeicheldrüse, Dickdarm und Leber einbricht (Penetration) und Verbindungsgänge (sog. Fisteln) bildet: Dies führt zu starken Schmerzen, die überwiegend in den Rücken ausstrahlen. Bei einer Beteiligung der Bauchspeicheldrüse kommt es häufig zu einer begleitenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).

Eine lebensbedrohliche Komplikation, die bei einem tief reichenden Zwölffingerdarmgeschwür auftreten kann, ist dessen Durchbruch durch alle Wandschichten des Darms (Perforation). Dabei treten der Inhalt des Darms und Luft aus dem Magen in die Bauchhöhle über. Im weiteren Verlauf bildet sich eine schwere Bauchfellentzündung (Peritonitis), sofern keine angemessene Therapie in Form einer Operation und der Gabe von Antibiotika erfolgt.

Im Verlauf der entzündlichen Erkrankung kommt es zu Vernarbungen. Liegt das Zwölffingerdarmgeschwür nahe am Magen, kann die Vernarbung den Magenausgang einengen. Dies behindert die Nahrungspassage, weshalb die Betroffenen nur kleine Nahrungsportionen aufnehmen können und häufig erbrechen und Gewicht verlieren. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich ein sogenannter Sanduhrmagen, der durch einen extrem gedehnten Magenkörper und einen stark verengten Ausgang gekennzeichnet ist.


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