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Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)

Weitere Faktoren

(Stand: 1. April 2009)

Medikamente wie die so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), z.B. Acetylsalicylsäure, und Kortikosteroide, zum Beispiel Kortison, schädigen die Schleimhaut und begünstigen so die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Ihre Wirkung ist allerdings stark von der Höhe der Dosis und der Dauer der Einnahme abhängig.

Das Zwölffingerdarmgeschwür tritt gehäuft in Familien auf. Verwandte von Betroffenen erkranken zwei- bis dreimal so häufig wie andere. Darüber hinaus bekommen häufig Personen mit der Blutgruppe 0 ein Zwölffingerdarmgeschwür. Bei diesen Menschen fehlen bestimmte Blutgruppenantigene in Magensaft und Speichel. Diese Beobachtungen lassen auf eine genetisch bedingte Neigung, die Geschwüre auszubilden, schließen. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch weitgehend unbekannt.

Nikotin steigert die nächtliche Absonderung von Magensaft und verstärkt auf diese Weise ein bereits bestehendes Ungleichgewicht zwischen Schleimhaut schädigenden und schützenden Faktoren.

Die schädigende Wirkung von Alkohol auf die Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm dagegen ist unabhängig von der Produktion des Magensafts. In hohen Konzentrationen wirkt Alkohol direkt auf die Zellen der Schleimhaut ein und führt zu Defekten, die Ausgangspunkt für die Bildung von Geschwüren werden können.

Auch psychische Faktoren und besondere Stressbelastungen werden mit der Entstehung von Zwölffingerdarmgeschwüren in Zusammenhang gebracht. So nehmen bei erhöhtem Stress die Beschwerden bei bestehenden Geschwüren zu. Personen, die unter Depressionen leiden, scheinen darüber hinaus häufiger Zwölffingerdarmgeschwüre zu entwickeln.

Im Normalfall heilen Schleimhautschäden im gesunden Zwölffingerdarm, zum Beispiel nach einer Gewebeentnahme (Biopsie) während einer Magen-Zwölffingerdarmspiegelung, binnen weniger Tage von selbst ohne weitere Folgen aus. Bei Menschen mit Schleimhautgeschwüren bleibt diese Selbstheilung jedoch aus, da das Ungleichgewicht zwischen schädigenden und schützenden Faktoren bestehen bleibt.

Weiterlesen: Zwölffingerdarmgeschwür: Symptome

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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