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Stand: 26. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Für ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) kommen als Ursachen auch bestimmte Bakterien infrage: Bei 90 bis 99 Prozent aller Zwölffingerdarmgeschwüre kann man das Bakterium Helicobacter pylori nachweisen. Ein weiterer Hinweis auf den Einfluss der Bakterien bei der Ulkusentstehung ist die Tatsache, dass sich bei einem Keimnachweis in bis zu 80 Prozent der Fälle erneute Geschwüre (Rezidive) bilden. Bei Menschen mit Zwölffingerdarmgeschwür, aber ohne den Keim kommt es dagegen nur in 10 Prozent der Fälle zu Rezidiven.
Helicobacter pylori kann im sauren Milieu des Magens überleben und siedelt sich an der Oberfläche der Magenschleimhaut an. Dort bildet das Bakterium das Enzym Urease und schafft damit ein alkalisches Milieu, das die Regulierung der Magensäureproduktion stört und darüber hinaus direkt die Schleimhaut schädigt. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori zu: Fast 60 Prozent der über 60-Jährigen in den westlichen Ländern sind mit dem Bakterium infiziert. Allerdings entwickeln längst nicht alle Menschen, die mit Helicobacter pylori besiedelt sind, krankhafte Veränderungen im Magen oder Zwölffingerdarm. Wie genau diese Bakterien für Geschwüre wie das Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi et duodeni) als Ursachen von Bedeutung sind, ist noch nicht geklärt.
Einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) können als Ursachen auch bestimmte Erkrankungen zugrunde liegen: So können das eher seltene Zollinger-Ellison-Syndrom und die Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) dazu führen, dass sich ein Zwölffingerdarmgeschwür ausbildet.
Beide Erkrankungen sind mit einer übermäßigen Absonderung (Hypersekretion) von Magensaft verbunden: Das sogenannte Zollinger-Ellison-Syndrom entsteht durch einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse, der das Hormon Gastrin bildet, das die Absonderung von Magensäure fördert. Die Nebenschilddrüsen-Überfunktion verursacht eine erhöhte Kalziumkonzentration im Blut, das seinerseits die Ausschüttung von Gastrin und damit indirekt die Magensäuresekretion fördert. Und unter den für ein Zwölffingerdarmgeschwür infrage kommenden Ursachen hat die übermäßige Absonderung von Magensaft die größte Bedeutung.
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