Zwölffingerdarm­geschwür (Ulcus duodeni): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2016)

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) besteht der erste Schritt der Therapie darin, Ihre Beschwerden durch allgemeine Maßnahmen zu lindern. Unter anderem kann beim Zwölffingerdarmgeschwür eine entsprechende Ernährung Ihr Wohlbefinden verbessern: Empfehlenswert ist eine Diät, bei der Sie den Konsum von magenbelastenden Nahrungsmitteln wie Kaffee, Alkohol, scharfen Gewürzen und fettreichen Stoffen, zum Beispiel Schokolade, einschränken. Rauchen sollten Sie zumindest vorübergehend vollständig einstellen.

Darüber hinaus müssen Sie selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel Sie gut vertragen und welche Beschwerden auslösen. Außerdem ist es bei einem Zwölffingerdarmgeschwür ratsam, Stress nach Möglichkeit abzubauen oder geeignete Bewältigungsstrategien für Stresssituationen zu entwickeln. Schleimhautschädigende Medikamente wie Acetylsalicylsäure sind, bei Bedarf nach Rücksprache mit dem Arzt, abzusetzen.

Medikamente

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür verspricht die Therapie durch Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen, die größten Heilungserfolge. Der Grund: Der übermäßigen Absonderung (Hypersekretion) von saurem Magensaft kommt bei der Entstehung von Zwölffingerdarmgeschwüren die größte Bedeutung zu.

Gegen ein Zwölffingerdarmgeschwür eignen sich vor allem Medikamente, die zur Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer (z.B. der Wirkstoff Omeprazol) und H2-Rezeptorenblocker (z.B. der Wirkstoff  Ranitidin) gehören: Wenn Sie ein solches Medikament einnehmen, lassen Ihre Beschwerden durch die verminderte Magensäureproduktion innerhalb weniger Tage nach. Doch auch wenn die vom Zwölffingerdarmgeschwür hervorgerufenen Symptome abgeklungen sind, ist es ratsam, die Therapie noch fortzusetzen (etwa bis zu acht Wochen lang), damit die geschädigte Schleimhaut vollständig heilen kann.

Auch sogenannte Antazida (Aluminium- bzw. Magnesiumhydroxid), die die von den Drüsen bereits abgesonderte Magensäure neutralisieren, können bei einem Zwölffingerdarmgeschwür zur Behandlung zum Einsatz kommen. Es ist allerdings ratsam, Antazida nicht längerfristig einzunehmen, da der Magen nach einiger Zeit als Reaktion auf die Therapie mehr Säure produziert. Außerdem stehen mit den Protonenpumpenhemmern und H2-Rezeptorenblockern alternative hochwirksame Medikamente gegen das Ulcus duodeni zur Verfügung.

Wenn bei Ihnen nachweislich eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt, ist eine gezielte Antibiotika-Behandlung empfehlenswert, um gegen Ihr Zwölffingerdarmgeschwür vorzugehen. Hierbei kommt ein Protonenpumpenhemmer kombiniert mit den Wirkstoffen Clarithromycin und Amoxicillin (alternativ Metronidazol) zum Einsatz, die der Betroffene über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig in genau festgelegter Dosierung einnehmen muss (sog. Triple-Therapie).

Stellen sich nach etwa zwei bis drei Versuchen, das Zwölffingerdarmgeschwür durch Medikamente zu behandeln, keine dauerhaften Behandlungserfolge ein oder treten schwerwiegende Komplikationen auf, ist eine operative Therapie des Ulcus duodeni notwendig.

Operation

Unter Umständen ist bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) eine Operation notwendig: So gelingt es in etwa 5 von 100 Fällen auch durch zwei bis drei Versuche nicht, das Zwölffingerdarmgeschwür durch medikamentöse Behandlung dauerhaft zu beseitigen. Auch wenn das Ulcus duodeni mit schwerwiegenden Komplikationen (wie Blutungen oder Durchbruch der Darmwand) einhergeht, ist eine operative Therapie erforderlich.

Wenn beim Zwölffingerdarmgeschwür zur Behandlung eine Operation erfolgt, entfernt der Operateur oft einen Teil des Magens (Resektion), um die Bildung von Magensäure zu verringern. Nur in Einzelfällen besteht die operative Ulcus-duodeni-Therapie noch darin, die Nervenversorgung der säureproduzierenden Belegzellen in der Magenschleimhaut durch eine sogenannte Vagotomie (operative Durchtrennung eines Nervs namens Nervus vagus) auszuschalten.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst