Zwölffingerdarm­geschwür (Ulcus duodeni): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2016)

Um ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) sicher festzustellen reichen die Symptome, die Krankenvorgeschichte (etwa vorangegangene Geschwürerkrankungen) und eine körperliche Untersuchung meist nicht aus: Diese Informationen liefern nur erste Hinweise. In der Regel lässt sich anhand der Beschwerden nicht unterscheiden, ob ein Magen- oder ein Zwölffingerdarmgeschwür hinter den Symptomen steckt.

Ebenso wenig kann der Arzt durch diese Informationen feststellen, ob im Zwölffingerdarm lediglich eine Reizung oder tatsächlich ein Geschwür vorliegt. Um ein Zwölffingerdarmgeschwür zu diagnostizieren, sind daher weitere Untersuchungen erforderlich.

Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung

Bei Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür eignet sich eine Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung (Gastroduodenoskopie) am besten, um eine Diagnose zu stellen. Anders als bei Magengeschwüren ist es hierbei nicht notwendig, Gewebeproben (Biopsien) aus dem Zwölffingerdarm zu entnehmen, da sich aus Zwölffingerdarmgeschwüren äußerst selten bösartige Tumoren entwickeln. Deshalb erfolgt eine Biopsie in der Regel nur, um untypische Befunde abzuklären oder eine Infektion mit Helicobacter pylori festzustellen.

Röntgenuntersuchung

Ist bei Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) eine Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung aus medizinischen Gründen nicht möglich, kann der Arzt die Diagnose durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (sog. Magen-Darm-Passage) sichern.

Nachweis von Helicobacter pylori

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) sucht der Arzt in der Regel nach dem Bakterium Helicobacter pylori – es lässt sich bei 90 bis 99 von 100 Zwölffingerdarmgeschwüren im Darm finden. Um eine Helicobacter-pylori-Infektion festzustellen, stehen spezielle Tests zur Verfügung:

Zum einen ist es möglich, die Antikörperkonzentration im Blut zu untersuchen. Finden sich dabei Antikörper gegen das Bakterium, gilt dies als möglicher Nachweis dafür, dass zu diesem Zeitpunkt eine Helicobacter-pylori-Infektion besteht. Allerdings bleibt die Antikörperkonzentration auch lange Zeit nach erfolgreicher Behandlung der Infektion erhalten und ist somit bei der Zwölffingerdarmgeschwür-Diagnose nur bedingt aussagekräftig.

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür bietet sich außerdem der sogenannte 13C- oder 14C-Harnstoff-Atemtest zum Nachweis von Helicobacter pylori an:

  • Hierbei nimmt man eine Testmahlzeit zu sich, die radioaktiv markierten Harnstoff enthält.
  • Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, spaltet das vom Bakterium produzierte Enzym Urease den Harnstoff und setzt dabei 13C- oder 14C-markiertes Kohlendioxid frei.
  • Beim Ausatmen wird die abgeatmete Luft in einem Behälter gesammelt, um die darin enthaltene Menge an Kohlendioxid zu bestimmen.
  • Auf diese Weise ist es möglich, den für das Ulcus duodeni möglicherweise verantwortlichen Erreger mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.

Die Strahlenbelastung durch den radioaktiv markierten Harnstoff ist als äußerst gering einzustufen.

Auch die beim Zwölffingerdarmgeschwür zur Diagnose eingesetzte Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung kann beim Nachweis von Helicobacter pylori helfen: Wenn Bakterien vorhanden sind, gelingt es, aus der hierbei gewonnenen Gewebeprobe eine Bakterienkultur zu züchten. Darüber hinaus kann der Arzt die Gewebeprobe auf Urease testen. Zusätzlich können die Laborwerte dazu beitragen, Erkrankungen zu diagnostizieren, die dem Zwölffingerdarmgeschwür möglicherweise zugrunde liegen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst