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Zwölffingerdarm­geschwür (Ulcus duodeni): Definition

Veröffentlicht von: Carolin Grob (22. Juli 2014)

Ein Zwölffingerdarmgeschwür – auch Ulcus duodeni oder Duodenalulkus genannt – ist eine gutartige, entzündliche Erkrankung des Zwölffingerdarms, bei der es zu einer Schädigung in der Darmwand kommt. Der Begriff Ulcus duodeni leitet sich ab von lat. ulcus für "Geschwür" und duodenum für "Zwölffingerdarm".

Bei einem Geschwür oder Ulkus reicht die Schädigung der Schleimhaut bis in die tiefen Wandschichten hinein.

Häufigkeit

Das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) tritt häufiger auf als alle anderen krankhaften Veränderungen des Zwölffingerdarms. Gleichzeitig ist es die häufigste dauerhafte (chronische) Geschwürerkrankung. In Deutschland ist das Zwölffingerdarmgeschwür etwa vier- bis fünfmal häufiger als das Magengeschwür. Schätzungen zufolge haben etwa 15 von 1.000 Personen ein Zwölffingerdarmgeschwür. Die meisten Zwölffingerdarmgeschwüre treten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf, wobei vier von fünf Betroffenen Männer sind.

Anatomie des Darms

Beim Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist die Wand des Zwölffingerdarms geschädigt. Der Zwölffingerdarm ist der erste Abschnitt des Dünndarms: Der Darm ist der schlauchförmige Teil des Verdauungstrakts zwischen Magenausgang und After. Er besteht aus:

  • dem etwa 5 bis 6 Meter langen Dünndarm (Intestinum tenue),
  • dem 1,5 Meter langen Dickdarm (Intestinum crassum) und
  • dem 20 Zentimeter langen Mastdarm (Intestinum rectum).

Der Dünndarm ist in drei aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt: den Zwölffingerdarm (Duodenum), den Leerdarm (Jejunum) und den Krummdarm (Ileum). Der Zwölffingerdarm ist ein c-förmig gekrümmter Schlauch von etwa 25 Zentimetern Länge – dies entspricht etwa der Breite von zwölf nebeneinander gelegten Fingern.

Er liegt im Oberbauch und reicht vom Magenausgang, dem sogenannten Pförtner, bis zum Beginn des Leerdarms. Seine Wand besteht aus Schleimhaut, Muskulatur, Bindegewebe und speziellen Drüsen, die einen Schleim produzieren, der die Magensäure im Speisebrei neutralisiert. In den Zwölffingerdarm münden darüber hinaus die Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase.

Eine wesentliche Aufgabe des Dünndarms besteht in der Resorption – also darin, verdauliche Stoffe aus der durch die Enzyme des Magens und der Bauchspeicheldrüse bereits zerkleinerten Nahrung aufzunehmen. Die Oberfläche des Dünndarms weist daher Ein- und Ausstülpungen (Krypten und Zotten) auf, die von einem dünnen Bürstensaum überzogen sind. Schätzungen zufolge vergrößert dies seine Aufnahmefläche für die Nährstoffe auf bis zu 100 Quadratmeter.

Damit der Körper die verschiedenen Stoffe aus dem Speisebrei aufnehmen kann, müssen bestimmte Enzyme den Brei aufspalten (verdauen). Im Darm erfolgt die Spaltung der Eiweiße zu Aminosäuren, der Kohlenhydrate zu Einfachzuckern und der Fette zu freien Fettsäuren und Monoglyceriden. Vor allem die Enzyme der Bauchspeicheldrüse, deren Sekret in den Zwölffingerdarm gelangt, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ist die Nahrung aufgespalten, nehmen die Zellen des Dünndarms die einzelnen Bestandteile auf. Von dort gelangen die Nahrungsbestandteile über das Blut in die Leber.

Wellenartige Bewegungen (Peristaltik) im Dünndarm sorgen dafür, dass sich der Speisebrei hin und her sowie langsam vorwärts bewegt – dies erleichtert auch die Verwertung des Speisebreis. Schließlich erreichen die unverdaulichen Nahrungsreste den Dickdarm.



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