Zwergbandwurm: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. Juli 2016)

Erreger

Infektionen mit dem Zwergbandwurm kommen vor allem in wärmeren Gegenden als Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden infrage: Dort ist der Zwergbandwurm der häufigste Bandwurm beim Menschen.

Ausgewachsen ist der Zwergbandwurm, auch Hymenolepis nana genannt (lat. nanus = Zwerg), etwa einen Millimeter breit und nur ein bis vier Zentimeter lang. Damit ist der Erreger kleiner als jeder andere Bandwurm des Menschen.

Der Zwergbandwurm zählt – wie alle Bandwürmer – zu den Parasiten. Der Erreger befällt den Menschen als End- und Zwischenwirt und lebt in dessen Dünndarm: Dort kann er einen Gewebeschwund (Atrophie) an den Darmzotten mit einer Darmentzündung (Enteritis) verursachen. Hierzu kommt es allerdings nur, wenn genug Zwergbandwürmer vorhanden sind: Nur ein Massenbefall durch diese kleinen Würmer kann bei Menschen Anzeichen einer Infektion auslösen.

Übertragungsweg

Eine Infektion des Menschen mit dem Zwergbandwurm kann verschiedene Ursachen haben. Der Übertragungsweg führt dabei immer über die Aufnahme der Zwergbandwurm-Eier über den Mund.

Wenn die Eier aus dem Stuhl eines Menschen stammen, der mit dem Zwergbandwurm infiziert ist, liegt ein fäkal-oraler Übertragungsweg vor. Als Ursachen hierfür kommen verunreinigtes Essen oder Wasser infrage: Ein mit dem Bandwurm befallener Mensch scheidet die Bandwurm-Eier im Stuhl aus. Bei schlechten hygienischen Verhältnissen können die Eier an Nahrungsmittel oder ins Trinkwasser und hierüber wieder in den Verdauungstrakt des Menschen gelangen. Im Darm schlüpft eine Larve, die in die Darmschleimhaut einwandert. Nach fünf bis sechs Tagen gelangt die Larve zurück in das Darminnere und entwickelt sich innerhalb von etwa drei Wochen zum erwachsenen, geschlechtsreifen Wurm, der wieder neue Eier legt. So kann es bei einem Zwergbandwurm-Befall zu wiederkehrenden Selbstinfektionen kommen.

Diese Selbstinfektionen sind auch der Grund dafür, dass der Zwergbandwurm so häufig Kinder befällt: Bei Kindern sind Schmierinfektionen sehr verbreitet. Hierbei werden infektiöse Eier nicht über verseuchte Nahrung oder verseuchtes Wasser übertragen, sondern direkt durch Berühren eines Menschen oder Gegenstands: Kleine Kinder stecken sich viele Dinge, auch ihre eigenen Hände, in den Mund; dabei können die aufgenommenen Zwergbandwurm-Eier auch aus ihrem eigenen Kot stammen.

Doch nicht immer stammen die vom Menschen aufgenommenen Bandwurm-Eier aus menschlichem Stuhl. Da neben dem Menschen auch Flöhe oder andere Insekten als Zwischenwirte für den Zwergbandwurm infrage kommen, kann eine Infektion mit dem Zwergbandwurm auch über Insekten erfolgen: Wenn ein Insekt ein mit dem Kot des Menschen ausgeschiedenes Zwergbandwurm-Ei aufnimmt, entwickelt sich dieses in ihm zur Larve weiter. Der Übertragungsweg zum Menschen führt auch hier über den Mund: Verschluckt ein Mensch das Insekt, gelangt die Larve so in den Darm, wo sie sich zum ausgewachsenen Zwergbandwurm weiterentwickelt.

Inkubationszeit

Beim Zwergbandwurm ist es – wie bei jedem Befall durch Würmer bei Menschen – wichtig, die Inkubationszeit (d.h. die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung) von der sogenannten Präpatenzzeit zu unterscheiden: Die Präpatenzzeit ist die Zeit zwischen der Infektion mit dem Erreger (also der Aufnahme der infektiösen Zwergbandwurm-Eier) und dem Auftreten der ersten im ausgewachsenen Zwergbandwurm herangereiften Eier. Die Entwicklung vom Ei bis zum geschlechtsreifen Bandwurm ist mit etwa drei Wochen beim Zwergbandwurm kürzer als beispielsweise beim Rinder-, Fisch- oder Schweinebandwurm.


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