Zwangsstörung: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Dezember 2014)

Worin genau eine Zwangsstörung ihre Ursachen hat, ist schwer zu bestimmen. Dass an ihrer Entstehung mehrere (organische, psychologische und äußere) Faktoren zusammenwirken, zeigen die vielen verschiedenen Zusammenhänge, in denen Zwangserscheinungen auftreten können.

So kann es bei den unterschiedlichsten Erkrankungen zu Zwang bis hin zur Zwangsstörung kommen: Häufig treten Zwangssymptome zum Beispiel gemeinsam mit depressiven Störungen, Ängsten, hypochondrischen Störungen, Alkoholmissbrauch und Essstörungen auf. Bei Schizophrenie können im Anfangsstadium Zwangssymptome vorherrschen, die aber später zurückgehen. Darüber hinaus sind Zwangsstörungen bei Erkrankungen des Gehirns (z.B. Parkinson, Chorea Huntington) verbreitet.

Dies bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Zwangsstörung ihre Ursachen in der gleichzeitig bestehenden Erkrankung hat.

Als Auslöser der Zwangsstörung kommen in bis zu sieben von zehn Fällen ein belastendes Lebensereignis (wie der Verlust eines nahe stehenden Menschen) oder Stressfaktoren (wie Hausbau) infrage. Wer gesund ist, kann ebenfalls vorübergehend Zwangssymptome entwickeln – zum Beispiel:

Eine echte Zwangsstörung liegt allerdings nur dann vor, wenn Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen vorherrschen und keine andere psychische Erkrankung besteht.

Biologische Faktoren

Für eine Zwangsstörung spielen als Ursachen unter anderem biologische Faktoren eine wichtige Rolle: So stehen Zwangserkrankungen nachweislich in Zusammenhang mit einer gestörten Funktion bestimmter Regionen im Gehirn (Basalganglien, limbisches System und Frontalhirn). Beim Zusammenwirken dieser Hirnstrukturen spielt der Botenstoff Serotonin, der an der Impulskontrolle beteiligt ist, eine wichtige Rolle. Durch Medikamente, welche die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen, bessert sich eine Zwangsstörung meistens. Ein ähnliches Ergebnis tritt ein, wenn man die Verbindung zwischen zwei der beteiligten Hirnregionen (Basalganglien und Frontalhirn) chirurgisch unterbricht. Dies spricht dafür, dass es eine biologisch bedingte Anfälligkeit für Zwangsstörungen gibt.

Auch die ausgeprägte familiäre Häufung von Zwangsstörungen weist darauf hin, dass biologische Faktoren an der Entstehung einer Zwangsstörung beteiligt sind: Je höher der Verwandtschaftsgrad zu einem Menschen mit Zwangsstörung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls eine Zwangsstörung zu entwickeln. Dies zeigt sich zum Beispiel deutlich bei Zwangserkrankungen unter Zwillingen:

  • Wenn ein eineiiger Zwilling eine Zwangsstörung hat, zeigt sein Zwilling meistens (in bis zu 87% der Fälle) ebenfalls Zwangssymptome.
  • Bei zweieiigen Zwillingspaaren hingegen findet sich diese Übereinstimmung in weniger als der Hälfte aller Fälle.

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