Zwangsstörung: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Dezember 2014)

Die für eine Zwangsstörung typischen Symptome sind sich aufdrängende Gedankeninhalte oder Handlungen, die sich nicht vermeiden oder unterdrücken lassen, obwohl die Betroffenen sie als sinnlos erleben. Je nach Art dieser Zwangssymptome unterscheidet man:

  • Zwangsgedanken
  • Zwangsimpulse
  • Zwangshandlungen

Bei dem Versuch, sich der Zwangsstörung zu widersetzen, entsteht eine intensive innere Spannung und Angst. Die Zwangssymptome wiederholen sich auf immer gleiche Weise und verstärken sich oft unter Einfluss von Stress.

Bei vielen Menschen mit einer Zwangsstörung treten Symptome für eine weitere Krankheit auf, was sich typischerweise negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkt. So können zum Beispiel Nervenerkrankungen (wie Chorea Huntington, Morbus Parkinson) mit Zwangssymptomen einhergehen. Häufig treten Zwangsstörungen jedoch zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auf – dazu gehören:

Je nach Art der Zwangssymptome kann auch die Zwangsstörung selbst körperliche Symptome verursachen: Wer sich zum Beispiel zwanghaft ständig wäscht, entwickelt oft enorme Hautprobleme.

Zwangsgedanken

Menschen mit einer Zwangsstörung empfinden Zwangsgedanken als sehr belastende Symptome – entweder wegen des Inhalts oder der Sinnlosigkeit dieser ständig wiederkehrenden Ideen oder Vorstellungen. Zwangsgedanken können sich zwar um ähnliche Dinge drehen wie alltägliche Gedanken und Befürchtungen, sind aber deutlich eindringlicher. Die Betroffenen versuchen (meist vergeblich), die Zwangsvorstellungen zu unterdrücken. Schließlich fühlen sie sich den Zwangsgedanken hilflos ausgeliefert.

Die Inhalte von Zwangsgedanken können sehr unterschiedlich sein. Besonders verbreitet sind bei einer Zwangsstörung folgende Symptome:

  • Gedanken an Verunreinigung: Am häufigsten (bei jeder zweiten Zwangsstörung) drehen sich die Zwangsgedanken um Verunreinigung – wie zum Beispiel bei der zwanghaften (und oft mit Angst und Ekel verbundenen) Vorstellung, sich beim Kontakt mit Objekten oder anderen Menschen zu beschmutzen oder mit Krankheitserregern zu infizieren.
  • Krankhafte Zweifel: Etwa vier von zehn Menschen mit einer Zwangsstörung haben dauernd unlösbare Zweifel, bestimmte Dinge getan oder unterlassen zu haben (und verspüren oft Angst vor den möglichen Folgen) – so etwa die Frage, ob sie das Autolicht oder die Herdplatte ausgeschaltet haben.
  • Körperliche Zwangsbefürchtungen: Bei etwa einem Drittel der Zwangsstörungen treten Krankheitsbefürchtungen auf – beispielsweise die zwanghafte Befürchtung, die eigene Gesundheit oder die von Angehörigen könne gefährdet sein.
  • Übersteigertes Symmetriebedürfnis: Ebenso häufig ist das übersteigerte Bedürfnis nach Symmetrie, sodass die Betroffenen beispielsweise alle möglichen Dinge gedanklich ständig nach eigenen Vorstellungen ordnen.

Aber auch andere Zwangsvorstellungen (wie religiöse Zwangsgedanken) können bei einer Zwangsstörung auftreten. Oft entstehen die Symptome als Gegenimpuls zu einer Situation: Ein Beispiel hierfür ist das zwanghafte Aufdrängen gotteslästerlicher Worte in der Kirche oder der Zwang, bei besonders feierlichen Anlässen aufspringen und ordinäre Beschimpfungen von sich geben zu wollen. Über zwei Drittel aller Zwangsstörungen sind durch mehrere Arten von Zwangsgedanken gekennzeichnet.

Nur selten sind Zwangsgedanken bei einer Zwangsstörung die einzigen Symptome – meistens treten Zwangsgedanken gemeinsam mit Zwangshandlungen auf.


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