Zwangsstörung: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Dezember 2014)

Eine Zwangsstörung (früher auch als Zwangsneurose bezeichnet) ist eine psychische Störung, die gekennzeichnet ist durch unangenehme Gedanken, Handlungsimpulse oder Handlungen, die sich einem Menschen aufdrängen.

Eine Zwangsstörung liegt per Definition vor, wenn

  • die Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen mindestens zwei Wochen lang an den meisten Tagen bestehen und
  • die Betroffenen sie als zur eigenen Person gehörig und als sinnlos empfinden, weshalb sie sich zumindest teilweise dagegen wehren.

Obwohl Menschen mit einer Zwangsstörung die sich aufdrängenden Gedanken oder Handlungsimpulse als unsinnig erkennen und versuchen, Widerstand dagegen zu leisten, können sie ihr Auftreten nicht verhindern: Geben sie dem Zwang nicht nach, empfinden sie meist unerträgliche Anspannung und Angst.

Auch bei gesunden Menschen treten manchmal Verhaltensweisen auf, die einer Zwangsstörung ähneln: So fragen sich viele Menschen (ähnlich einem Kontrollzwang) nach dem Verlassen des Hauses, ob der Herd tatsächlich ausgeschaltet ist. Obwohl man den Herd immer ausmacht, lässt einem dieser Gedanke keine Ruhe, sodass man vorsichtshalber doch ein Blick in der Küche wirft. Viele Menschen haben auch (ähnlich einem Waschzwang, Putzzwang oder Ordnungszwang) ein großes Bedürfnis nach penibler Sauberkeit und können es kaum ertragen, wenn jemand ihre übliche Ordnung durcheinanderbringt.

Doch was diese Verhaltensweisen von krankhaftem Zwangsverhalten unterscheidet, ist, dass bei Menschen mit einer Zwangsstörung die Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken den gesamten Alltag beeinträchtigen: Die Zwangsstörung kann so weit führen, dass der größte Teil des Tages mit Zwangshandlungen ausgefüllt ist.

Allerdings ist es nicht möglich, eine scharfe Grenze zwischen normalem zwangsähnlichen Verhalten und krankhaften Zwangserscheinungen zu ziehen.

Häufigkeit

Die Zwangsstörung oder Zwangserkrankung hat eine Häufigkeit von etwa 2 Prozent (d.h.: ca. 2 von 100 Menschen sind betroffen). Einzelne Zwangssymptome sind bei ungefähr 8 Prozent der Bevölkerung zu finden. Meist entwickeln sich die ersten Zwangssymptome nach Abschluss der Pubertät bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen; Zwangsstörungen können aber auch schon bei Kindern auftreten oder später beginnen.

Während im Erwachsenenalter Frauen häufiger eine Zwangsstörung haben als Männer, entwickelt im Kindes- und Jugendalter das männliche Geschlecht öfter Zwangssymptome als das weibliche.


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