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Zöliakie (einheimische Sprue)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Januar 2016)

© Jupiterimages/Polka Dot Images

Die Zöliakie, im Volksmund häufig auch einheimische Sprue genannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Ursache hierfür ist eine Glutenunverträglichkeit, das heißt der Dünndarm kann Gluten, ein Eiweiß, das in Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Dinkel vorkommt, nicht vertragen. In Deutschland sind etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen.

Bei den Betroffenen ruft diese Erkrankung Symptome wie

Vor allem im Kindesalter kann es durch die Zöliakie, genauer gesagt durch die gestörte Dünndarmfunktion, zu Mangelernährung und damit Wachstums- und Entwicklungsstörungen kommen.

Als Ursache der einheimischen Sprue vermutet man eine genetische Veranlagung, die zu einer immunologischen Reaktion führt, bei der das Gluten als Allergen eine Antigen-Antikörper-Reaktion auslöst. In der Folge wird die Dünndarmschleimhaut immer weiter zerstört. Aufgrund der genetischen Komponente der Erkrankung tritt Zöliakie in Familien gehäuft auf.

Die Symptome geben einen ersten Hinweis auf eine mögliche Zöliakie. Eine sichere Diagnose kann der Arzt aber nur durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus dem Dünndarm im Rahmen einer Endoskopie (Spiegelung) stellen. Zusätzlich kann er die Diagnose durch einen Antikörpernachweis im Blut sichern.

Die Zöliakie wird rein diätetisch behandelt – das heißt, Betroffene verzichten auf glutenhaltige Nahrungsmittel (Getreideprodukte wie Brot, Kuchen, Nudeln, Mehl). Geeignete Lebensmittel, die als Ersatz infrage kommen, sind zum Beispiel Mais, Reis, Hirse und Soja. Unter streng glutenfreier Ernährung regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut und die Symptome verschwinden. Bei Diätfehlern treten aber oft relativ schnell erneut Beschwerden auf. Mittlerweile gibt es verschiedene Lebensmittelhersteller, die glutenfreie Getreideerzeugnisse anbieten, zum Beispiel in Reformhäusern oder auch Supermärkten.

Der Zöliakie kann man nicht gezielt vorbeugen. Es gibt aber einige Maßnahmen, die möglicherweise schweren Verläufen der einheimischen Sprue bereits im Kindesalter entgegenwirken, zum Beispiel Stillen mindestens über die ersten sechs Lebensmonate. Glutenhaltige Lebensmittel stehen am besten erst frühestens ab dem vierten und spätestens bis zum siebten Lebensmonat auf dem Speiseplan, damit sich das Kind langsam an die glutenhaltige Nahrung gewöhnen kann.

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