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Zöliakie (einheimische Sprue)

Zöliakie (einheimische Sprue): Definition

Stand: 26. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Begriffe Zöliakie, einheimische Sprue, nicht-tropische Sprue, glutensensitive Enteropathie und (veraltet) Heubner-Herter-Krankheit bezeichnen alle die gleiche Erkrankung. Eine Unterscheidung zwischen den Begrifflichkeiten Sprue im Erwachsenenalter und Zöliakie im Kindesalter erscheint heute nicht mehr sinnvoll.

Die Zöliakie im Kindesalter wurde erstmals 1888 von dem Briten Samuel Gee ausführlich beschrieben. Sie wurde aber bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus als "bauchige Krankheit"erwähnt. Der Begriff Sprue kommt dagegen vom niederländischen "Sprouw" für Bläschen.

Neben der sogenannten einheimischen Sprue gibt es außerdem die tropische Sprue, deren Ursachen bisher unklar sind. Angenommen wird eine Infektion mit Erregern, welche die Dünndarmschleimhaut in gleicher Weise schädigen wie bei der Glutenunverträglichkeit und damit gleiche Symptome hervorrufen. Die Therapie unterscheidet sich dagegen von der einheimischen Sprue beziehungsweise Zöliakie.Unter Annahme einer Infektion als Ursache der tropische Sprue, besteht die Therapie aus der Einnahme von Antibiotika ( Tetrazykline) über bis zu sechs Monate und der Gabe von Folsäure und Vitamin B12. Eine lebenslange Diät ist nicht erforderlich.

Häufigkeit

Die Zöliakie variiert in ihrer Häufigkeit weltweit erheblich. Für Europa wird sie mit 1:100 bis 1:2000 angenommen. Screening-Untersuchungen in Deutschland haben ergeben, dass zwar ungefähr jede 100. bis 500. Person spezifische Antikörper im Blut aufweist, doch nur etwa jeder 10. Betroffene entwickelt auch das Vollbild der Zöliakie. Im Erwachsenenalter sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer.

Aufgrund der genetischen Komponente gibt es eine familiäre Häufung, bei eineiigen Zwillingen haben in 75 Prozent der Fälle beide Kinder diese Erkrankung.

Weiterlesen: Zöliakie (einheimische Sprue): Ursachen

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