Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Erreger

Das in Amerika vorkommende Zeckenbissfieber hat seine Ursachen in einem bestimmten Bakterium namens Rickettsia rickettsii. Dieser Erreger gehört zur Gruppe der Rickettsien, die ausschließlich im Inneren von tierischen oder menschlichen Zellen leben können. Rickettsien halten sich bevorzugt in den Darmzellen von Zecken, Milben, Läusen und Flöhen auf.

Desinfektionsmittel, Hitze und Trockenheit können Rickettsia rickettsii und andere Rickettsien sehr schnell zerstören. In den Ausscheidungen von Flöhen oder Läusen können die Bakterien jedoch monatelang überleben, zur Infektion führen und in seltenen Fällen beim Menschen eine Erkrankung (sog. Rickettsiose) auslösen.

Übertragung

Mit dem Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii kann sich der Mensch über einen Zeckenbiss (bzw. Zeckenstich) anstecken. Die Übertragung der Infektionskrankheit passiert aber nur durch bestimmte Zecken in Nord- und Südamerika:

  • in den Rocky Mountains verbreitete Waldzecken
  • in den mittleren und östlichen Staaten der USA vorkommende Hundezecken
  • in Brasilien, Kolumbien und Mexiko lebende Ratten- und Waldtierzecken

Mit dem Biss dieser Zecken gelangen die Rickettsien in den Körper ihrer Wirte: Neben dem Menschen können dies auch Hunde, Nagetiere oder Huftiere sein. Das Vorkommen des Zeckenbissfiebers ist also an die Verbreitungsgebiete der übertragenden Zecken gebunden. Daher tritt das Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii fast ausschließlich in Amerika (USA, Kanada, Mexiko, Panama, Costa Rica, Argentinien, Brasilien, Kolumbien) auf. Von dieser geographischen Verbreitung leiten sich die weiteren Bezeichnungen für die Infektionskrankheit ab:

  • Rocky-Mountain-Fleckfieber (engl.: Rocky Mountain spotted fever)
  • amerikanisches Zeckenbissfieber
  • São-Paulo-Fieber
  • brasilianisches Fleckfieber
  • kolumbianisches Tobiafieber
  • Neue-Welt-Fleckfieber

In einigen Fällen steckt sich der Mensch nicht über einen Zeckenbiss mit dem Zeckenbissfieber an, sondern über die Ausscheidungen der Zecke: Die Rickettsien können zum Beispiel in den menschlichen Körper gelangen,  wenn jemand eine Zecke zerdrückt und diese dabei Ausscheidungen freisetzt. Zudem können Menschen sich über Bluttransfusionen gegenseitig mit dem Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii anstecken – dies geschieht jedoch äußerst selten.

Inkubationszeit

Beim Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii ist die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung – eher kurz: Nach dem Zeckenbiss dauert es etwa zwei Tage bis zwei Wochen, bis die Rickettsien Symptome auslösen.

Die Beschwerden beim Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii treten auf, wenn die Erreger sich innerhalb der Zellen vermehren und sich anschließend über das Blut und die Lymphflüssigkeit im gesamten Körper verteilen.


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