Anzeige

Anzeige

Zähneknirschen (Bruxismus): Ursachen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. Juni 2015)

Vor allem Stress scheint zu den Ursachen von Zähneknirschen (Bruxismus) zu zählen – beziehungsweise genaugenommen eine ungünstige Stressverarbeitung. Denn nicht jeder der Stress hat, knirscht nachts auch mit den Zähnen. Manche Betroffene scheinen jedoch den tagsüber nicht ausreichend verarbeiteten Stress im Schlaf förmlich "wegzuknirschen". Das nächtliche Zähneknirschen gilt deshalb als eine Form der Schlafstörung (Parasomnie). Aber auch kurzfristige Stressphasen etwa in Familie oder Beruf gelten als mögliche Ursache beziehungsweise Auslöser von Bruxismus.

In manchen Fällen sind Erkrankungen des Zahnhalteapparats, schlecht sitzender Zahnersatz (wie Brücken, Kronen, Prothesen) oder Zahnfüllungen für das Zähneknirschen und Zähnepressen verantwortlich. Zu den möglichen Ursachen zählen zudem funktionelle Störungen des Kiefergelenks (sog. craniomandibuläre Dysfunktion). Auch neurologische Erkrankungen können zu Bruxismus beitragen (z.B. multiple Sklerose ).

Der Genuss von Alkohol oder koffeinhaltigen Getränken (wie z.B. Kaffee, schwarzer Tee, Cola oder Energydrinks) kann bei Betroffenen, die zu Bruxismus neigen, das Zähneknirschen fördern – vermutlich weil diese Substanzen Einfluss auf das zentrale Nervensystem und die Schlafphasen haben. Bei Verzicht auf diese Genussmittel verschwindet das Zähneknirschen unter Umständen rasch von selbst. Besteht der Verdacht, dass Medikamente das Zähneknirschen auslösen (z.B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), sollten Betroffene ihren Arzt darauf ansprechen. Er kann gegebenenfalls ein anderes Medikament verordnen. Keinesfalls sollten die Medikamente eigenständig abgesetzt werden.

Generell ist das Zähneknirschen jedoch ein sehr häufiges Phänomen und nicht zwingend mit einer ernsthaften psychischen oder körperlichen Erkrankung verbunden.


Anzeige