Zähneknirschen (Bruxismus): Therapie

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. Juni 2015)

Für den sogenannten Bruxismus – also das Zähneknirschen und Zähnepressen – steht in der Regel keine ursächliche Therapie zur Verfügung. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Beschwerden, die durch das Zähneknirschen entstehen, zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden.

Eine vom Zahnarzt speziell gefertigte Kunststoffschiene, die sogenannte Aufbissschiene (Knirscherschiene), schützt die Zahnreihen und verhindert das weitere Abschleifen der Zähne. Die durchsichtige Aufbissschiene wird in der Regel im Schlaf getragen. Je nach Situation kann es aber auch sinnvoll sein, sie außerdem tagsüber zu tragen. Daneben können physiotherapeutische Übungen, manuelle TherapieMassagen im Kieferbereich sowie Wärmebehandlungen dabei helfen, die Kaumuskulatur zu entspannen und Beschwerden zu lindern.

Oftmals läuft das Zähneknirschen unbewusst ab. Ein weiterer wichtiger Schritt in der Therapie ist deshalb, zu bemerken, wenn man knirscht oder presst – und dieses zu stoppen. Die Betroffenen gewöhnen sich das Zähneknirschen ab, indem sie es bewusst wahrnehmen und willentlich unterdrücken. Je öfter sich der Betroffene selbst beobachtet und korrigiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, sich das Zähneknirschen "abzutrainieren". Auch eine Art Kalender, in den man seine "Knirschphasen" einträgt, kann hilfreich sein.

Ein Arzt hält eine Aufbissschiene in der Hand. © iStock

Bei Zähneknirschen häufig Teil der Behandlung: die Aufbissschiene.

Insbesondere für Betroffene, die auch tagsüber häufig mit den Zähnen knirschen oder diese aufeinander pressen, können farbige Klebepunkte hilfreich sein: Auf Gegenstände aufgeklebt, die einem häufig ins Auge fallen (z.B. auf dem Rand des Computer-Bildschirms, dem Fernseher, dem Armband der Armbanduhr, auf dem Lenkrad oder auf dem Türrahmen), können diese daran erinnern, den Kiefer bewusst zu entspannen beziehungsweise locker zu lassen.

Sollten psychische Probleme die wahrscheinliche Ursache für den Bruxismus sein, kann eine Psychotherapie dabei helfen, das Zähneknirschen oder Zähnepressen zu beenden beziehungsweise zu verringern.

Da Stress beim Zähneknirschen eine Rolle spielt, ist das Erlernen einer Entspannungstechnik wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sinnvoll. Bei regelmäßiger Übung können diese den Stresslevel senken und Stress kommt gar nicht erst so schnell auf beziehungsweise lässt sich schneller wieder abbauen.


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