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Stand: 20. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ist eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) mit dem Bruch eines oder mehrerer Wirbel mit verschobenen Bruchkanten verbunden, erfolgt zur Therapie eine stabilisierende Operation. Ansonsten könnten sich die Bruchstücke in den Rückenmarkskanal verschieben und dabei im ungünstigsten Fall das Rückenmark vollständig durchtrennen. Daher zielt die Operation darauf ab, die Wirbel so schnell wie möglich zu fixieren, um eine Verschiebung der Bruchstücke zu verhindern. Zur Stabilisierung kommen Schrauben, Nägel, Drähte oder Metallplatten zum Einsatz.
Eine Operation ist bei einer Wirbelsäulenverletzung auch dann zur Therapie nötig, wenn neurologische Störungen auftreten. Wurde das Rückenmark bei der Verletzung der Wirbelsäule nicht durchtrennt, bildet sich durch die verschobenen Wirbelknochen sehr häufig eine deutliche Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Rückenmarkskanal. Dieser Kanal kann – aufgrund der knöchernen Anteile der Wirbelkörper – dem immer stärker werdenden Druck nicht nachgeben, den das Ödem verursacht. Folglich führt das Spinaltrauma zu einer Quetschung der Nervenbahnen, die dann nicht mehr ausreichend durchblutet sind. Daher leiten die gequetschten Nerven nach kurzer Zeit keine Reize mehr weiter, was zu Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsverlust führt. Um die Durchblutungsstörung zu beseitigen, entfernt der Operateur einen möglicherweise vorhandenen Bluterguss (Hämatom) und erweitert den Wirbelkanal. Nach der Operation kommen abschwellende und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, um die Schwellung zu behandeln.
Wenn bei einer Wirbelsäulenverletzung das Rückenmark beteiligt ist, ist eine Behandlung immer schwierig; die vollständige Durchtrennung des Rückenmarks kann man durch eine Operation nicht beheben. Bei der so entstandenen Querschnittslähmung konzentriert sich die Therapie neben der Versorgung der begleitenden Verletzungen auf unterstützende Maßnahmen.
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