Wirbelsäulen­verletzung: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. August 2016)

Eine Wirbelsäulenverletzung zu diagnostizieren ist nicht immer einfach. Einer der Gründe hierfür ist, dass die meisten Rückenverletzungen durch Unfälle entstehen, die weitere Verletzungen zur Folge haben: Diese können die Verletzung der Wirbelsäule dann schnell überlagern.

Daher ist es bei einem Unfall immer wichtig, auch eine Wirbelsäulenverletzung in Betracht zu ziehen: Eine erste grobe Diagnose der Rückenverletzung ohne weitere technische Hilfsmittel am Unfallort entscheidet über das Vorgehen bis zum Eintreffen im Krankenhaus und über den Transportweg.

Entscheidend ist dabei vor allem, ob es Zeichen für eine stabile oder instabile Wirbelsäulenverletzung gibt. Als stabil gelten Verletzungen der Wirbelsäule, wenn:

  • Bandscheiben verletzt sind,
  • die Deckplatte eines Wirbelkörpers eingedrückt ist,
  • Wirbelkörper gebrochen sind oder
  • Wirbelbögen oder Gelenkfortsätze einseitig Brüche aufweisen.

Eine instabile Wirbelsäulenverletzung ist ein sogenanntes Polytrauma, bei dem gleichzeitig Wirbelkörperhinterkante, Bandscheibenwand, Gelenkfortsätze, Wirbelbogen und hinterer Bandkomplex verletzt sind. Eine solche Verletzung ist in Betracht zu ziehen, wenn die verletzte Person

Wenn keines dieser fünf Kriterien zutrifft, kann man eine instabile Wirbelsäulenverletzung am Unfallort ausschließen.

Wirbelsäulenverletzungen kann man diagnostisch in zwei Hauptgruppen unterteilen: Eine Wirbelsäulenverletzung mit und ohne Rückenmarksverletzung. Bei jedem Wirbelsäulentrauma ist zunächst in Betracht zu ziehen, dass das Rückenmark ebenfalls verletzt ist. Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Armen oder Beinen können auf Rückenmarksverletzungen hinweisen. Über eine neurologische Untersuchung kann man die Rückenmarksbeteiligung eingrenzen.

Um die Wirbelsäulenverletzung endgültig zu diagnostizieren und genau zu beurteilen, erfolgen sobald wie möglich Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in zwei Ebenen sowie eine Computertomographie (CT) der vermeintlich betroffenen Stelle. Später können zusätzlich Aufnahmen mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) sowie ausführliche neurologische Untersuchungen folgen.


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