Wirbelsäulen­verletzung: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. August 2016)

Eine Wirbelsäulenverletzung – auch Wirbelsäulentrauma, Spinaltrauma oder allgemein Rückenverletzung genannt – ist eine mechanische Schädigung der Wirbelsäule, die sowohl die knöchernen Wirbel als auch Bänder, Bandscheiben und Muskeln betreffen kann.

Eine Wirbelsäulenverletzung kann ohne oder mit Beteiligung der Nerven (d.h. mit einer Rückenmarksverletzung oder Verletzung der Nervenwurzeln) einhergehen. Entsprechend kann die Verletzung unterschiedlich schwerwiegend sein. Ihr Ausmaß reicht

  • von einer leichten Verletzung der Muskulatur, die eher harmlos ist,
  • über Schäden der Wirbel oder Bänder, die die Wirbelsäule instabil machen, sodass es nachfolgend zu einer Rückenmarkschädigung kommen kann,
  • bis hin zu Wirbelkörperfrakturen (Wirbelkörperbrüche), bei denen Bruchstücke sich verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln direkt verletzen oder durchtrennen können.

Die bei einer Wirbelsäulenverletzung möglichen Wirbelbrüche können in verschiedenen Formen auftreten:

  • Ein durch Stauchung der Wirbelsäule entstandenes Wirbelsäulentrauma kann mit einer Kompressionsfraktur einhergehen. Das heißt: Die Wirbel sind geborsten oder völlig plattgedrückt.
  • Eine gewaltsam gedrehte, gebeugte oder überdehnte Wirbelsäule kann zu einer Wirbelsäulenverletzung in Form einer Luxationsfraktur führen. Dabei ist der Wirbel teilweise oder vollständige verrenkt und gleichzeitig gebrochen.

Die bei einer Wirbelsäulenverletzung besonders schwerwiegenden Rückenmarksverletzungen entstehen nicht nur durch gebrochene oder verrenkte Wirbel – auch bei einem Wirbelsäulentrauma ohne knöcherne Verletzungen kann es zu einer Rückenmarksverletzung in Form einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks mit oder ohne Einblutungen in den Rückenmarkskanal kommen.

Jede Form der Rückenmarksverletzung kann die Funktion des Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.

Häufigkeit

In Deutschland tritt die Wirbelsäulenverletzung mit einer Häufigkeit von etwa 10.000 bis 12.000 Fällen pro Jahr auf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist 16 bis 30 Jahre alt. Insgesamt macht der Anteil der Rückenverletzungen etwa drei Prozent aller Verletzungen in Sport und Straßenverkehr aus.

Am häufigsten handelt es sich bei einer Wirbelsäulenverletzung um eine Verdrehung (Distorsion) der Wirbelsäule, bei der weder Knochen noch Rückenmark geschädigt sind. Etwa jedes fünfte Wirbelsäulentrauma ist mit einer Rückenmarksverletzung verbunden, die von einer Stauchung (Kompression) bis zur vollständigen Durchtrennung reichen kann.


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