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Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma)

Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma): Definition

Stand: 20. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Wirbelsäulenverletzung – auch Spinaltrauma beziehungsweise spinales Trauma oder allgemein Rückenverletzung genannt – ist eine mechanische Schädigung der Wirbelsäule, die sowohl die knöchernen Wirbel als auch Bänder, Bandscheiben und Muskeln betreffen kann.

Wirbelsäulenverletzungen können mit oder ohne Beteiligung der Nerven (Rückenmarksverletzung oder Verletzung der Nervenwurzeln) einhergehen. Entsprechend kann eine Wirbelsäulenverletzung unterschiedlich schwerwiegend sein. Ihr Ausmaß reicht

  • von einer leichten Verletzung der Muskulatur, die eher harmlos ist,
  • über Schäden der Wirbel oder Bänder, die die Wirbelsäule instabil machen, sodass es nachfolgend zu einer Rückenmarkschädigung kommen kann,
  • bis hin zu Wirbelkörperfrakturen (Wirbelkörperbrüche), bei denen Bruchstücke sich verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln direkt verletzen oder durchtrennen können.

Die bei einer Wirbelsäulenverletzung möglichen Wirbelbrüche können in verschiedenen Formen auftreten:

  • Ein durch Stauchung der Wirbelsäule entstandenes Spinaltrauma kann mit einer Kompressionsfraktur einhergehen. Das heißt: Die Wirbel sind geborsten oder völlig plattgedrückt.
  • Eine gewaltsam gedrehte, gebeugte oder überdehnte Wirbelsäule kann zu einer Wirbelsäulenverletzung in Form einer Luxationsfraktur führen. Dabei ist der Wirbel teilweise oder vollständige verrenkt und gleichzeitig gebrochen.

Die bei einer Wirbelsäulenverletzung besonders schwerwiegenden Verletzungen des Rückenmarks entstehen nicht nur durch gebrochene oder verrenkte Wirbel – auch bei einem Spinaltrauma ohne knöcherne Verletzungen kann es zu einer Rückenmarksverletzung in Form einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks mit oder ohne Einblutungen in den Rückenmarkskanal kommen. Alle Verletzungsformen können die Funktion des Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.

Häufigkeit

In Deutschland ist damit zu rechnen, dass die Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) mit einer Häufigkeit von etwa 10.000 bis 12.000 Fällen pro Jahr auftritt. Der Anteil der Rückenverletzungen macht insgesamt etwa drei Prozent aller Verletzungen in Sport und Straßenverkehr aus.

Mit größter Häufigkeit liegt die Wirbelsäulenverletzung in Form einer Verdrehung (Distorsion) der Wirbelsäule vor, bei der weder Knochen noch Rückenmark geschädigt sind. 15 bis 20 Prozent aller Wirbelsäulenverletzungen sind mit einer Rückenmarksverletzung verbunden, angefangen von einer Stauchung (Kompression) bis zur vollständigen Durchtrennung.

Weiterlesen: Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma): Ursachen

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