Wirbelkörperfraktur (Wirbelkörperbruch): Konservative Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Januar 2015)

Einfache Wirbelkörperfrakturen kann der Arzt mit einem Korsett (Gips oder Kunststoff) behandeln. Bei Verletzungen der Halswirbelsäule stellt er diese mit einer Halswirbelstütze ruhig. Bei Wirbelkörperbrüchen an Brust- und Lendenwirbelsäule reicht die Gabe eines Schmerzmittels und wenige Tage Bettruhe in vielen Fällen aus.

Bei einer Wirbelkörperfraktur gehören auch frühe Rehabilitations-Maßnahmen zur Therapie, zum Beispiel Atem- und Krankengymnastik sowie Übungen zur richtigen Körperhaltung. Diese Maßnahmen unterstützen und ergänzen bei einer Wirbelkörperfraktur die operative und medikamentöse (konservative) Therapie.

Operative Therapie

Je größer die Gefahr ist, dass die Wirbelkörperfraktur zu einer Verletzung des Rückenmarks führt, desto eher empfiehlt sich eine operative Therapie. Auch wenn der verletzte Wirbel die Wirbelsäule nicht mehr tragen kann oder bei starken Fehlstellungen, ist eine Operation nötig.

Die Operation soll die Wirbelkörperfraktur richten und damit die normale Form der Wirbelsäule wiederherstellen, das eventuell eingeengte Rückenmark entlasten und schließlich den verletzten Bereich stabilisieren. Dazu verwendet der Chirurg meist Schrauben-Stangen-Systeme und Platten, um die nötige Stabilität zu erreichen. Komplett geborstene Wirbelkörper kann er entweder durch körpereigene oder fremde Knochen oder durch künstliche Platzhalter (z.B. Titankörbchen) ersetzen.

Bei bestimmten Erkrankungen (wie einem ausgeprägten Morbus Scheuermann) ist es manchmal notwendig, dass der Patient eine Zeit lang ein medizinisches Korsett trägt. Dieses Video veranschaulicht Ihnen medizinische Korsetts und deren Einsatzmöglichkeiten.

Die Nachbehandlung von operativ versorgten Wirbelkörperbrüchen erfolgt meist mit einem Stützkorsett, das die Patienten für einige Wochen tragen müssen. Mithilfe dieses Korsetts können sich die Betroffenen nach der Operation bereits schnell wieder bewegen. Die früher verordnete wochen- oder monatelange Bettruhe im Korsett ist aufgrund der besseren Operationstechniken heute praktisch nicht mehr notwendig.

Zu den operativen Therapien bei pathologischen (krankheitsbedingten) Wirbelkörperfrakturen (z.B. bei Osteoporose) zählen die sogenannte Vertebroplastie (Osteoplastie) und die Kyphoplastie. In beiden Fällen füllt der Arzt speziellen Knochenzement in den gebrochenen Wirbelkörper. Auf diese Weise kann er die Wirbelsäule stabilisieren, die Schmerzen lindern und die gebrochenen Wirbelanteile wieder miteinander verbinden.

Operationen mit Schrauben-Stangen-Systemen wie bei den klassischen Wirbelbrüchen wendet der Arzt bei krankheitsbedingten Wirbelkörperfrakturen nur in Ausnahmefällen an.


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