Wilms-Tumor (Nephroblastom): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Februar 2016)

Für die Wilms-Tumor-Therapie (Nephroblastom-Therapie) stehen die Operation, die Chemotherapie und die Strahlentherapie zur Verfügung. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Alter des Kindes, der Beschaffenheit der Tumorzellen sowie nach dem Stadium der Erkrankung.

  • Operation: Bei Kindern, die jünger als sechs Monate alt sind, entfernt der Chirurg den Wilms-Tumor im Allgemeinen direkt. Das heißt, dass das Kind vor dem Eingriff keine Chemotherapie erhält. Bei der Operation wird auch die befallene Niere mit entfernt. Deshalb ist es wichtig, vor der Operation zu prüfen, dass die andere Niere gesund ist, denn sie muss dann die Nierenfunktion allein übernehmen.
  • Chemotherapie: Bei älteren Kindern beziehungsweise besonders großen Tumoren ist es oft ratsam, das Nephroblastom vor der chirurgischen Therapie zu verkleinern. Zu diesem Zweck müssen sich die betroffenen Kinder einer Chemotherapie unterziehen. Anschließend wird der Wilms-Tumor mitsamt der erkrankten Niere operativ entfernt. Sind beide Nieren vom Wilms-Tumor befallen, löst der Operateur nach einer vorherigen Chemotherapie die verbliebenen Tumorreste sorgfältig aus dem gesunden Nierengewebe heraus. Dadurch bleibt die Nierenfunktion erhalten. Dieses Verfahren heißt dann Tumorenukleation. Sind Metastasen vorhanden, sollte der Chirurg versuchen, diese ebenfalls operativ zu entfernen.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie ist nur dann notwendig, wenn das Nephroblastom weit fortgeschritten ist oder nach einer Operation noch Tumorreste im Körper verblieben sind. Außerdem kann man durch die Bestrahlung Metastasen (z.B. in der Lunge) bekämpfen, die sich weder durch Chemotherapie noch durch Operation entfernen ließen.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst