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West-Nil-Fieber

West-Nil-Fieber: Definition

Stand: 26. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das West-Nil-Fieber ist eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragbar ist. Damit ist das West-Nil-Fieber eine sogenannte Zoonose.

Vor allem wild lebende Vögel tragen die für das West-Nil-Fieber verantwortlichen Erreger – das West-Nil-Virus (WNV) – in sich. Erste Anzeichen für den Ausbruch der Virusinfektion sind daher oft tote Vögel, vor allem Krähen. Aber auch Säugetiere – besonders Pferde, aber auch Katzen – können sich infizieren. Als Überträger der Erreger sind mehrere Stechmückenarten bekannt.

Das West-Nil-Fieber beim Menschen ist nicht meldepflichtig, doch die Infektion mit dem West-Nil-Virus beim Vogel oder Pferd ist eine anzeigepflichtige Tierseuche (weitere anzeigepflichtige Tierseuchen sind z.B. die Maul- und Klauenseuche, Milzbrand, Geflügelpest, Schweinepest und Tollwut).

Die Bezeichnung West-Nil-Fieber leitet sich vom West-Nil-Distrikt ab – dem Gebiet in Uganda, in dem es im Jahr 1937 zum ersten Mal gelang, die Virusinfektion nachzuweisen.

Häufigkeit

Das West-Nil-Fieber tritt in Afrika mit besonderer Häufigkeit in Uganda und Mosambik auf. Aber auch in Ägypten, Israel, dem Mittleren Osten, Indien, Teilen Südostasiens und inzwischen auch in Nordamerika verbreitet. ist es verbreitet. In einigen Ländern kommt es im Sommer gehäuft zum Ausbruch der Virusinfektion.

Da das West-Nil-Fieber meist unerkannt bleibt, sind genaue Angaben zur Häufigkeit nicht möglich. In Ägypten und im Sudan ließen sich jedoch bei 40 bis 70 Prozent der Einwohner gegen das West-Nil-Virus (WNV) gebildete Antikörper als Ausdruck einer stattgefundenen Infektion (sog. Serokonversionen) feststellen.

Seit das West-Nil-Virus im Jahr 1999 erstmals in New York aufgetaucht ist, hat es sich in vielen weiteren Staaten der USA und in Kanada ausgebreitet. Im Sommer 2002 kam es zu einer extremen West-Nil-Fieber-Epidemie in Nordamerika – mit über 4.000 registrierten Infektionen und 263 Sterbefällen. Im Jahr 2005 gab es in den USA 3.000 Infektionen und 119 Todesfälle.

In Europa weist das West-Nil-Fieber inzwischen auch eine zunehmende Häufigkeit auf: Im Sommer des Jahres 2010 kam es in mehreren Ländern Ost- und Südeuropas und in anderen am Mittelmeer gelegenen Staaten zu Fällen von West-Nil-Fieber beim Menschen – in manchen Ländern waren es nur Einzelfälle, in anderen auch größere Ausbrüche. Am stärksten vom West-Nil-Virus heimgesucht war Südrussland, gefolgt von dem bisher als frei vom West-Nil-Fieber geltenden Griechenland: Dort kam es im Norden (Zentral-Makedonien) erstmals zu über 200 Erkrankungsfällen. Vereinzelt trat das West-Nil-Fieber im Jahr 2010 in Rumänien, im Westen der Türkei, in Ungarn und Italien auf.

In Deutschland gab es bisher nur vereinzelte Fälle von West-Nil-Fieber, wobei es sich jedoch um aus dem Ausland eingeschleppte Virusinfektionen handelte – in Deutschland ist es für den Erreger nicht warm genug, um überleben und sich vermehren zu können.

Weiterlesen: West-Nil-Fieber: Ursachen

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