Wechseljahre (Klimakterium): Ursachen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (19. Januar 2017)

Die Wechseljahre (Klimakterium) bei Frauen haben hormonelle Ursachen: Altersbedingt verändert sich der Hormonspiegel der Frau. Etwa mit Ende 40 beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen, sodass diese nach und nach weniger Östrogene (weibliche Sexualhormone) bilden.

Beide Eierstöcke enthalten bei der Geburt mehrere Millionen Eibläschen (sog. Follikel). Diese Zahl verringert sich während der Pubertät auf etwa 100.000 bis 250.000 und nimmt danach ständig mit jedem Eisprung ab. Obwohl bei jedem monatlichen Eisprung nur eine einzige Eizelle die Eierstöcke verlässt, reifen jeden Monat mehrere Follikel mit und gehen nach dem erfolgten Eisprung verloren.

Mit durchschnittlich 50 Jahren sind in den Eierstöcken der Frau schließlich keine Follikel mehr vorhanden, die zum eisprungfähigen Follikel heranwachsen können. Da die Follikel Östrogene bilden, nimmt auch die Östrogenbildung immer mehr ab. Als Folge kommt es schließlich im Rahmen der Wechseljahre zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung: der sogenannten Menopause.

Das Bild zeigt eine Frau mit Sommersprossen und roten Haaren. © Jupiterimages/Digital Vision

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Hormonspiegel einer Frau.

Mit der Menopause verändert sich auch die Hormonproduktion im Gehirn: Da die Eierstöcke während der Wechseljahre immer weniger Östrogene bilden, schüttet das Hirn vermehrt Hormone aus der Gruppe der Gonadotropine aus – das sind Geschlechtshormone, welche die Eierstöcke zur Hormonproduktion anregen sollen. Vor allem das sogenannte follikelstimulierende Hormon (FSH) wird ausgeschüttet: Während beispielsweise die Konzentration eines speziellen Östrogens namens Estradiol im Klimakterium auf etwa ein Sechstel zurückgeht, steigt die Konzentration von FSH durchschnittlich um mehr als das Sechsfache an.

Dieses verschobene Hormongleichgewicht kann während der Wechseljahre verschiedene Beschwerden wie Müdigkeit, Hitzewallungen oder Herzrasen verursachen.

Weibliche Geschlechtshormone

An den für die Wechseljahre verantwortlichen Hormonumstellungen sind verschiedene weibliche Geschlechtshormone beteiligt: Einige von ihnen nehmen dabei in ihrer Konzentration ab, während der Körper andere Hormone vermehrt bildet. Mit die wichtigste Gruppe unter den weiblichen Geschlechtshormonen sind die Östrogene (fachsprachlich: Estrogene). Zu den Geschlechtshormonen zählen außerdem die Gonadotropine und die Gestagene.

Östrogene

Für die Bildung der Östrogene sind vor allem die Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken verantwortlich, weshalb man Östrogene manchmal auch Follikelhormone nennt. Diese während der Wechseljahre zunehmend weniger gebildeten Geschlechtshormone haben zahlreiche Funktionen im Körper und spielen unter anderem eine Rolle beim Menstruationszyklus und Eisprung. Die Hormongruppe der Östrogene ist vor allem für die Fortpflanzung wichtig.

Zu den wichtigsten natürlichen Östrogenen gehören die Hormone Estradiol, Estron und Estriol (manchmal auch mit Ö geschrieben, also Östradiol, Östron und Östriol). Diese drei Östrogene unterscheiden sich vor allem in ihrer Aktivität. Estradiol ist das aktivste Östrogen, während Estron nur etwa ein Drittel und Estriol sogar nur ein Zehntel dieser Aktivität besitzt.

Östrogene beeinflussen zum Beispiel:

  • den weiblichen Klang der Stimme
  • das Wachstum der weiblichen Brust
  • das Unterhautfettgewebe
  • die Gebärmutter (Uterus):
    • regelmäßiger Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Rahmen des Menstruationszyklus
    • Wachstum der Gebärmuttermuskulatur
  • den Gebärmutterhals (Zervix):
    • Öffnung des Muttermunds vorm Eisprung
    • Menge und Konsistenz des Zervixschleims
  • die knochenbildenden Zellen und dadurch die Knochenstabilität

Gonadotropine

Wenn die Wechseljahre einsetzen, bildet das Gehirn vermehrt Gonadotropine und gibt sie ins Blut ab. Zur Gruppe dieser Geschlechtshormone zählen das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH).

  • Luteinisierendes Hormon (LH): "Luteinisieren" bedeutet übersetzt so viel wie "gelb färben". Das Gehirn schüttet das luteinisierende Hormon aus, um den Eisprung anzuregen. LH fördert auch die Bildung des sog. Gelbkörpers, der aus den verbleibenden Resten der Eihülle des gesprungenen Eis entsteht.
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH): Das follikelstimulierende Hormon regt die Eibläschen (Follikel) im Eierstock zum Wachstum an und bewirkt die Reifung der Eibläschen, welche die Eizellen enthalten.

Die beiden Gonadotropine fördern also zusammen die Östrogenproduktion der Eierstöcke. Im Rahmen des Menstruationszyklus führt das Zusammenspiel von Östrogenen, LH und FSH schließlich einmal im Monat zum Eisprung. Hierbei geben die Eierstöcke eine einzelne Eizelle in den Eileiter ab.

Gestagene

Gestagene bezeichnet man auch als Gelbkörperhormone, da die in den Eierstöcken entstehenden Gelbkörper sie herstellen. Während der Wechseljahre hört die Gestagenbildung in den Eierstöcken nach und nach auf. Bei der geschlechtsreifen Frau beeinflussen Gestagene die Gebärmutterschleimhaut und bereiten diese darauf vor, möglicherweise eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Kann sich tatsächlich eine befruchtete Eizelle einnisten, liegt eine Schwangerschaft vor. Gestagene sorgen dann dafür, dass für den Zeitraum der Schwangerschaft keine weiteren Eibläschen reifen. Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron. Weitere Gestagene sind Pregnandiol und Pregnenolon.


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