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Wechseljahre (Klimakterium): Therapie

(Stand: 27. Februar 2009)

Während der Wechseljahre (Klimakterium) ist ungefähr ein Drittel der Frauen von starken Wechseljahrbeschwerden betroffen, die eine Therapie erforderlich machen. Da diese Beschwerden durch einen Östrogenmangel verursacht werden, erfolgt in den meisten Fällen eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen und Gestagenen. Östrogene nehmen Einfluss auf viele Funktionen des Körpers und spielen unter anderem eine Rolle für den Menstruationszyklus und den Eisprung. Gestagene werden normalerweise vom Gelbkörper, also von Resten der Eihülle nach dem Eisprung hergestellt. Östrogene werden vor allem von den Eibläschen (Follikeln) produziert. In den Wechseljahren wird die Produktion von Östrogenen und Gestagenen in den Eierstöcken so gut wie eingestellt, da kaum noch Follikel vorhanden sind und es entsteht ein Mangel dieser Hormone.

Für die Hormonersatztherapie stehen verschiedene Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate zur Verfügung. Abhängig davon, in welcher Phase der Wechseljahre die Beschwerden auftreten und wie stark die Beschwerden sind, wird das passende Hormonpräparat ausgewählt.

Vor allem gegen vegetative Beschwerden der Wechseljahre, wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, wirkt die Hormonersatztherapie gut. Auch dem Gewebeschwund im Bereich der Geschlechtsorgane, der sich durch eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr äußert, lässt sich mit Hormonpräparaten entgegenwirken. Eine langfristige Hormonersatztherapie beugt einer Osteoporose vor: Sie mindert bei Frauen in den Wechseljahren den Verlust von Knochenmasse und somit das Risiko für Knochenbrüche. Die Hormonersatztherapie birgt jedoch auch bestimmte Risiken. Nutzen und Risiken der Therapie müssen daher individuell abgewägt und regelmäßig überprüft werden.

So scheint die Hormonersatztherapie beispielsweise Risiko für Brustkrebs leicht zu erhöhen. Des Weiteren erhöht sich bei einer spät einsetzenden Hormonersatztherapie das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn (bei Frauen unter 60 Jahren) kann das Herzinfarktrisiko jedoch senken.

Wann keine Hormontherapie?

Unter bestimmten Bedingungen kommt eine Hormonersatztherapie gegen Beschwerden der Wechseljahre nicht infrage, zum Beispiel bei:

Wann ist eine Hormontherapie notwendig?

In manchen Fällen kann eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen notwendig werden, zum Beispiel:

  • bei sehr starken Wechseljahrbeschwerden,
  • wenn die Wechseljahre verfrüht, also vor dem 40. Lebensjahr einsetzen (sog. Klimakterium praecox),
  • wenn die Eierstöcke operativ entfernt werden,
  • wenn die Eierstöcke nur noch ungenügend funktionieren (frühzeitige Ovarialinsuffizienz).

Wenn es während der Wechseljahre wiederholt zu Unregelmäßigkeiten bei den Regelblutungen kommt, kann eine operative Behandlung erforderlich sein, bei der die Gebärmutter entfernt wird (Hysterektomie).

Neben der Hormonersatztherapie werden oft auch pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung (sog. Phytoöstrogene z.B. aus der Traubensilberkerze) für die Behandlung von Wechseljahrbeschwerden in Erwägung gezogen. Sorgen betroffene Frauen gleichzeitig für ausreichend sportliche Betätigung und achten auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung, können sie den meisten Wechseljahrbeschwerden bereits entgegenwirken.

Weiterlesen: Wechseljahre (Klimakterium): Verlauf

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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