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Wechseljahre (Klimakterium): Therapie

(Stand: 22. Juli 2010)

Während der Wechseljahre (Klimakterium) ist ungefähr ein Drittel der Frauen von starken Wechseljahrsbeschwerden betroffen, die eine Therapie erforderlich machen. Diese Beschwerden entstehen durch einen Östrogenmangel: In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Herstellung von Östrogenen und Gestagenen so gut wie ein. Daher erfolgt gegen Wechseljahrsbeschwerden in den meisten Fällen eine sogenannte Hormontherapie. Für diese Hormonbehandlung stehen verschiedene Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate zur Verfügung. Das Ziel der Therapie besteht nicht darin, die vor Beginn der Wechseljahre bestehenden Verhältnisse wiederherzustellen (sog. Hormonersatztherapie), sondern vor allem darin, Beschwerden wie Hitzewallungen zu lindern, die Rückbildung der Scheide zu verhindern und das Risiko für Knochenbrüche infolge von Osteoporose zu senken. Welches Hormonpräparat am besten geeignet ist, ist abhängig davon, in welcher Phase der Wechseljahre die Beschwerden auftreten und wie stark die Beschwerden sind.

Vor allem gegen vegetative Beschwerden der Wechseljahre, wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, wirkt die Hormontherapie gut. Auch dem Gewebeschwund im Bereich der Geschlechtsorgane, der sich durch eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr äußert, lässt sich mit Hormonpräparaten entgegenwirken. Eine langfristige Hormontherapie beugt außerdem einer Osteoporose vor: Sie mindert in den Wechseljahren den Verlust von Knochenmasse und somit das Risiko für Knochenbrüche. Die Hormontherapie birgt jedoch auch bestimmte Risiken. Nutzen und Risiken der Therapie sind daher individuell abzuwägen und regelmäßig zu überprüfen.

So erhöht die Hormonbehandlung während der Wechseljahre beispielsweise das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfälle leicht. Des Weiteren erhöht sich bei einer spät einsetzenden Hormontherapie das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn (bei Frauen unter 60 Jahren) kann das Herzinfarktrisiko jedoch senken.

Wenn es während der Wechseljahre wiederholt zu Unregelmäßigkeiten bei den Regelblutungen kommt, kann zur Therapie eine Operation erforderlich sein, bei welcher der Operateur die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie).

Neben der Hormontherapie kommen oft auch pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung (sog. Phytohormone z.B. aus der Traubensilberkerze) für die Behandlung von Beschwerden der Wechseljahre zum Einsatz. Sorgen Sie gleichzeitig für ausreichend sportliche Betätigung und achten Sie auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung, können Sie den meisten Wechseljahrsbeschwerden bereits entgegenwirken.

Weiterlesen: Wechseljahre (Klimakterium): Therapie – Wann keine Hormontherapie?

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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