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Wachstumshormonmangel – wenn der Körper zu wenig Wachstumshormone produziert

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. April 2016)

© Jupiterimages/Digital Vision

Die einen Kinder wachsen etwas langsamer, die anderen etwas schneller – das ist zunächst einmal völlig normal. Wenn jedoch die Hirnanhangdrüse (ein etwa kirschgroßes Organ an der Unterseite des Gehirns) keine oder zu wenig Wachstumshormone produziert, bleibt das Kind in seinem "normalen", genetisch vorbestimmten Wachstum zurück. Dann liegt ein sogenannter Wachstumshormonmangel vor.

Kinder mit einem Wachstumshormonmangel sind für ihr Alter zu klein, sie leiden unter einem sogenannten proportionierten Minderwuchs. Sie haben kleine Hände und Füße und ein Puppengesicht. Im Bereich des Bauchs bilden sie vermehrt Fettpolster.

Ein Wachstumshormonmangel kann auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Wie die betroffenen Kinder bilden auch Erwachsene mit Wachstumshormonmangel vermehrt Fettgewebe am Bauch, die Muskelmasse sinkt. Da das Wachstumshormon eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt, treten auch hier verschiedene Veränderungen auf: Die Blutfettwerte steigen (Hyperlipidämie) und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Wird ein Wachstumshormonmangel festgestellt, kann eine Ersatztherapie (medizinisch: Substitution) mit künstlichen Wachstumshormonen helfen. Kinder, die damit behandelt werden, erreichen oft eine ganz normale Körpergröße. Manchmal ist es notwendig, die Therapie auch im Erwachsenenalter fortzusetzen, da das Wachstumshormon an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist.

Der Wachstumshormonmangel gehört zum Gebiet der sogenannten pädiatrischen Endokrinologie. Dieser Bereich der Medizin befasst sich mit den Erkrankungen der hormonproduzierenden Drüsen bei Kindern und Jugendlichen.

Drüsen, die Hormone ins Blut abgeben (sog. endokrine Drüsen) sind zum Beispiel:

Bei Mädchen zählen außerdem die Eierstöcke, bei Jungen die Hoden zu den endokrinen Drüsen.

Was sind eigentlich Hormone?

Hormone sind wichtige Botenstoffe, die über den Blutkreislauf an ihren jeweiligen Wirkungsort gelangen. Dort binden sie an bestimmte Zellbestandteile (Rezeptoren) und lösen eine Art Kettenreaktion aus, die den Stoffwechsel im jeweiligen Organ verändert. Hormone regeln im Körper grundlegende Stoffwechselabläufe, die unsere Entwicklung, unseren Körperbau und unser Aussehen prägen. Liegt bei einem Kind eine Hormonstörung vor, kann dies die gesamte körperliche und seelische Entwicklung beeinflussen.

Das Wachstumshormon – auch somatotropes Hormon (STH), Somatotropin oder Growth Hormon (GH) genannt – beeinflusst das Längenwachstum eines Menschen und die Reifung der Knochen. Es wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert, welche die Hormone stoßweise ins Blut abgibt – und zwar die größte Menge während des Schlafs.

Eine grafische Darstellung über den Einfluss des Wachstumshormons auf den Fettabbau sowie das Muskel- und das Knochenwachstum. © iStock

Der Hypothalamus regt und hemmt über verschiedene Stoffe die Ausschüttung des Wachstumshormons (GH) in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Auch durch das „Hungerhormon“ Ghrelin bildet die Hypophyse mehr GH. Das Wachstumshormon wiederum fördert den Fettabbau und ist indirekt am Muskel- und Knochenwachstum beteiligt.

Das Wachstumshormon bewirkt in der Leber die Produktion eines Wachstumsfaktors namens IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1), der am kindlichen Knochen- und Muskelgewebe für das Längenwachstum sorgt. Außerdem greift das Wachstumshormon in den Fettsäure- und Zucker-Stoffwechsel ein und stellt so Energievorräte für Wachstumsvorgänge bereit.

Normalerweise bildet die Hirnanhangdrüse ein Leben lang Wachstumshormone. Dabei ist die Konzentration des Wachstumshormons im Blut bei älteren Menschen niedriger als bei jungen Menschen.

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