Wachstumshormonmangel: Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. April 2016)

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die zu einem Minderwuchs führen können – eine davon ist der Wachstumshormonmangel. Für einen Wachstumshormonmangel kommen wiederrum viele verschiedene Ursachen infrage. Mediziner unterscheiden drei Gruppen:

  • angeborener Wachstumshormonmangel
  • erworbener Wachstumshormonmangel
  • vorübergehender Wachstumshormonmangel

Angeborener Wachstumshormonmangel

In den meisten Fällen gibt es für einen angeborenen Wachstumshormonmangel keine erkennbaren Ursachen – Mediziner sprechen dann auch von einem idiopathischen Wachstumshormonmangel. Möglicherweise spielt eine Veränderung im Gehirn eine Rolle: Viele Kinder mit idiopathischem Wachstumshormonmangel haben eine unterentwickelte Hirnanhangdrüse. Gelegentlich sind noch weitere Auffälligkeiten der Gehirnreifung vorhanden.

Selten ist eine genetische Störung für den Wachstumshormonmangel verantwortlich. Bei dem sogenannten familiären Wachstumshormonmangel sind Veränderungen an dem für die Hormonbildung verantwortlichen Gen die Ursachen.

Erworbener Wachstumshormonmangel

Verletzung:

Kopfverletzungen, die auch die Hirnanhangdrüse schädigen, können zu einem Wachstumshormonmangel führen. Auch eine schwierige Geburt ist eine mögliche Ursache für einen Wachstumshormonmangel. Besonders nach Geburten aus der sogenannten Becken-Endlage tritt diese Störung gehäuft auf. Bei dieser Lage kommt das Kind mit dem Becken zuerst auf die Welt. Der Kopf des Kindes tritt als letztes aus dem mütterlichen Körper heraus und ist dadurch lange sehr starken Belastungen ausgesetzt.

Tumoren und Bestrahlung:

Eine wichtige Ursache für Wachstumshormonmangel können Tumoren sein. Zum Beispiel können bestimmte Gehirntumoren (Hypophysentumor, Kraniopharyngeom) die hormonproduzierenden Zellen der Hirnanhangdrüse zerstören.

Auch Bestrahlungen des Schädels, zum Beispiel im Rahmen einer Tumortherapie, aber auch im Fall einer Leukämie, können einen Wachstumshormonmangel auslösen.

Entzündung:

Eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis) kann bei einem komplizierten Verlauf die hormonproduzierenden Zellen der Hirnanhangdrüse schädigen und zu einem Wachstumshormonmangel führen.

Vorübergehender Wachstumshormonmangel

Konstitutionelle Entwicklungsverzögerung:

Ein häufiger Grund für ein verzögertes Wachstum ist die sogenannte konstitutionelle Entwicklungsverzögerung: Aus bisher nicht eindeutig geklärten Gründen schüttet die Hirnanhangdrüse nur anfänglich nicht genügend Wachstumshormone aus. In der Regel holen diese "Spätzünder" ihren Wachstumsrückstand ohne Behandlung bis zum Erwachsenenalter wieder auf.

Psychosozialer Minderwuchs:

Der psychosoziale Minderwuchs tritt bei Kindern auf, die unter Vernachlässigungen oder Misshandlungen leiden. Die psychosoziale Belastung der Kinder führt aus bislang ungeklärten Gründen zu einer verminderten Ausschüttung von Wachstumshormonen. Das Kind wächst plötzlich nicht mehr. Das berühmteste Beispiel ist wahrscheinlich die Romanfigur Oskar Mazerath in dem Buch "Die Blechtrommel" von Günther Grass.

Die Diagnose des psychosozialen Minderwuchses stellt der Arzt meist erst im Nachhinein, wenn die belastenden Einflüsse wegfallen und das Kind plötzlich einen Wachstumsschub nachholt.

Darüber hinaus können auch andere Störungen und Erkrankungen zu einem Minderwuchs führen, ohne dass ein Wachstumshormonmangel vorliegt. Dazu gehören:


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