Wachstumshormonmangel: Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. April 2016)

Ein Wachstumshormonmangel wird mit einem einfachen Therapie-Prinzip behandelt: Das fehlende Hormon wird dem Körper regelmäßig und oft ein Leben lang zugeführt – man sagt auch, das Wachstumshormon wird substituiert.

Das Wachstumshormon ist ein Eiweiß und wird vom Magensaft angegriffen, daher ist eine Einnahme in Tablettenform nicht möglich – das Wachstumshormon muss einmal täglich in das Unterhautfettgewebe gespritzt werden, ähnlich wie das Insulin bei Diabetikern. Die erkrankten Kinder beziehungsweise deren Eltern können dies leicht erlernen

Die Therapie beginnt damit, dass der Arzt nach und nach die tägliche Dosis des Wachstumshormons steigert, bis sich IGF-1-Wert im Blut normalisiert hat. Diese schrittweise Anpassung des Wachstumshormonmangels kann mehrere Monate dauern. 

Durch die Therapie mit Wachstumshormonen beginnt ein sichtbares Aufholwachstum: Das Kind wächst schneller als seine Altersgenossen. Mit der Hormonersatztherapie erreichen Betroffene oft eine normale Körpergröße. Dazu muss das Kind die Therapie mit künstlichen Hormonen bis zum Abschluss seines Wachstums weiterführen.

Bei einer richtigen Dosierung treten selten Nebenwirkungen auf. Störungen im Zuckerhaushalt des Körpers (gestörte Glukose-Toleranz) oder ein zu starkes Wachstum einzelner Organe sind möglich. Weitere Nebenwirkungen können sein:

Wissenswertes

Noch bis 1985 war es sehr aufwändig und riskant, Wachstumshormone von außen zuzuführen. Bis dahin stellte man das Wachstumshormon aus den Hirnanhangdrüsen von Verstorbenen her. Dieses Verfahren war extrem teuer und mit einer Ansteckungsgefahr, unter anderem für die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung, verbunden.

Heutzutage werden Bakterien gentechnisch so beeinflusst, dass sie Wachstumshormone produzieren, die sich nicht von denen des menschlichen Körpers unterscheiden.

Die Behandlung des Wachstumshormonmangels gehört in die Hände eines erfahrenen kinderärztlichen Endokrinologen (Hormonspezialist). Dieser kontrolliert kontinuierlich Größe und Gewicht des Kindes und erfasst mögliche Nebenwirkungen. Unter Umständen ist in regelmäßigen Abständen eine Röntgenaufnahme der Hand sinnvoll, um den Entwicklungsstand der Knochen festzustellen.


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