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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 27. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Je nach Krankheitsbild gibt es für Vulvaveränderungen verschiedene Ursachen.
Bei Vulvaveränderungen durch Entzündungen im Bereich der Vulva (Vulvitis) sind die Ursachen meist Infektionen mit Bakterien (z.B. Chlamydieninfektion, Syphilis, Gonorrhö), Pilzen (beispielsweise Candida albicans), Parasiten (wie Trichomonas vaginalis, Skabiesmilben)oder Viren (z.B. humane Papillomaviren, Herpes simplex-Viren). Frauen mit Diabetes mellitus, Schwangere und Frauen, die Antibiotika einnehmen, sind besonders gefährdet, an einer durch Pilze ausgelösten Vulvitis zu erkranken. Aber auch ein bakterielles Ungleichgewicht in der Scheide wie bei der bakteriellen Vaginose kann in seltenen Fällen bei entzündlichen Vulvaveränderungen zu den Ursachen gehören.
Bei Vulvaveränderungen durch Craurosis vulvae sind die Ursachen weitestgehend unbekannt. Mediziner vermuten, dass bei dieser Form der Vulvaveränderungen Autoimmunreaktionen die Ursachen darstellen. Auch genetische und hormonelle Einflüsse kommen bei Vulvaveränderungen infolge einer Vulvadystrophie als Ursachen infrage.
Bei Vulvaveränderungen können auch Geschwüre die Ursachen sein. Ein mögliches Krankheitsbild ist hier der Ulcus vulvae acutum Lipschütz. Bei dieser Form der Vulvaveränderungen sind die Ursachen nicht bekannt. Meist tritt der Ulcus vulvae acutum Lipschütz als Begleiterscheinung bei schweren Allgemeinerkrankungen und Virusinfekten in Erscheinung.
Bei Vulvaveränderungen durch Verletzungen sind die Ursachen meist stumpfe oder scharfe Gewalteinwirkungen, etwa ein Sturz auf die Lenkstange eines Fahrrads oder ein Autounfall. Auch Geschlechtsverkehr oder das Einführen von Fremdkörpern in die Scheide kommen bei Vulvaveränderungen als Ursachen infrage. Außerdem kann es bei der Geburt eines Kindes zu Vulvaverletzungen im Dammbereich (Dammriss) kommen.
Vulvazysten können bei Vulvaveränderungen ebenfalls die Ursachen sein. Sie können entstehen, wenn etwa infolge einer Infektion die Scheidenvorhofdrüsen (sog. Bartholindrüsen) verkleben und das darin gebildete Sekret nicht abfließen kann. Es sammelt sich an und bildet eine Zyste. Bei dieser Form der Vulvaveränderungen kommen verschiedene Bakterien als Ursachen infrage, zum Beispiel Staphylokokken, Streptokokken sowie Escherichia coli infrage.
Humane Papillomaviren (HPV) können gutartige Vulvatumoren hervorrufen und gehören bei Vulvaveränderungen daher ebenfalls zu den möglichen Ursachen. Sie werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Erkrankung macht sich erst etwa nach vier Wochen bis zu mehrere Monate nach dem Kontakt mit den Viren bemerkbar.
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