Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juni 2015)

Ein vorzeitiger Samenerguss (vorzeitige Ejakulation, Ejaculatio praecox) kann verschiedene Ursachen haben, die bislang nicht hinreichend geklärt sind. Neben psychischen Ursachen diskutieren Forscher auch neurophysiologische Gründe, also Ursachen, die in der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen liegen.

Verschiedene Faktoren können einen vorzeitigen Samenerguss begünstigen. Hierzu gehört beispielsweise die erektile Dysfunktion (erektile Impotenz), die als eigenständige Sexualstörung oder gleichzeitig mit der vorzeitigen Ejakulation auftreten kann.

Auch wie oft ein Mann Geschlechtsverkehr hat, beeinflusst, wie gut er den Zeitpunkt des Samenergusses kontrollieren kann. Sexualmediziner gehen davon aus, dass unregelmäßiger Geschlechtsverkehr einen vorzeitigen Samenerguss fördern kann. Auch sexuelle Unerfahrenheit kann einen vorzeitigen Samenerguss begünstigen.

Als mögliche psychische Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss können frühkindliche sexuelle Störungen, einschränkende Sexualerziehung, sexuelles Leistungsdenken und unrealistische Vorstellungen von Sexualität und Versagensangst infrage kommen. Darüber hinaus könnten auch Angststörungen mit einem vorzeitigen Samenerguss im Zusammenhang stehen. Es ist jedoch nicht eindeutig erwiesen, ob sie Folge oder Ursache der vorzeitigen Ejakulation sind. So kann die Angst vor einem vorzeitigen Samenerguss den Geschlechtsverkehr eines Paares erheblich beeinträchtigen.

Auch körperliche Erkrankungen wie Harnwegsinfekte und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) können einen vorzeitigen Samenerguss verursachen, ebenso wie Nebenwirkungen verschiedener Medikamente. Dazu gehören bestimmte Schmerzmittel (Opiate) und Wirkstoffe, die den Sympathikus, einen Teil des vegetativen Nervensystems, beeinflussen (Sympathomimetika).

Bei manchen Männern, die an einer vorzeitigen Ejakulation leiden, tritt gleichzeitig eine erektile Impotenz (erektile Dysfunktion) auf. Die Therapie richtet sich in diesem Fall in erster Linie auf die Behandlung der erektilen Dysfunktion.

Verschiedene Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) beeinflussen die Ejakulation. An der Auslösung der Ejakulation ist der Botenstoff Serotonin beteiligt. Bei einem erhöhten Serotonin-Spiegel im Gehirn kann sich die Zeitspanne bis zum Samenerguss verlängern. Deshalb kommen bei der Therapie des vorzeitigen Samenergusses Medikamente zum Einsatz, die auf den Serotinonhaushalt im Gehirn einwirken.


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