Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox): Medikamentöse Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. April 2012)

Bei mangelndem Erfolg einer Psychotherapie kann eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein.

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wirken auf Botenstoffe im Gehirn ein. Sie werden vor allem zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, können aber auch den Orgasmusreflex und somit die Ejakulation verzögern. Zu den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, die den gewünschten Effekt erzielen, gehören die sogenannten langwirksamen SSRIs Fluoxetin, Sertralin und Paroxetin sowie das kurzwirksame Dapoxetin.

Diese Wirkstoffe sind jedoch mit Ausnahme von Dapoxetin bei einem vorzeitigen Samenerguss nicht ausdrücklich für die Behandlung des vorzeitigen Samenergusses vorgesehen. Wegen ihrer Wirksamkeit kommen sie aber trotzdem manchmal zum Einsatz (d. h., sie werden "off label" verwendet). Die langwirksamen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer muss der Betroffene darüber hinaus über einen längeren Zeitraum täglich einnehmen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Seit Mitte 2009 ist mit Dapoxetin ein Wirkstoff auf dem Markt, der speziell für die Therapie des vorzeitigen Samenergusses zugelassen ist und eine Ejakulation verzögern kann. Dapoxetin sollten die Betroffenen in der Regel nur bei Bedarf einnehmen, und zwar etwa ein bis drei Stunden vor der sexuellen Aktivität. Der Wirkstoff Dapoxetin hat einen schnellen Wirkungseintritt und wird zeitnah aus dem Kreislauf wieder ausgeschieden. Der Wirkstoff ist verschreibungspflichtig und sollte nicht öfter als einmal täglich eingenommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht.

Sogenannte 5-Phosphodiesterase-Hemmer sind vornehmlich zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion vorgesehen. Der zu den 5-Phosphodiesterase-Hemmern gehörende Wirkstoff Sildenafil kann aber auch die Ejakulation verzögern.

Auch Cremes und Gels, die man auf die Eichel aufträgt und die die Empfindsamkeit des Penis vermindern (sog. Lokalanästhetika), kommen bei vorzeitigem Samenerguss manchmal zum Einsatz. Allerdings können diese Mittel nicht nur eine Ejakulation verzögern, sondern gleichzeitig auch die Erregbarkeit der Partnerin herabsetzen.

Eine Behandlung durch Medikamente kann den Samenerguss zwar hinauszögern, die Ursache der Ejaculatio praecox kann durch die Einnahme jedoch nicht behoben werden. Die Behandlung zielt nur auf die Beschwerden ab (sog. symptomatische Therapie).

Im Fall einer angeborenen Form des vorzeitigen Samenergusses mit veränderten Botenstoffkonzentrationen scheint die medikamentöse Therapie zudem direkt auf die körperliche Ursache einzuwirken. Heilen lässt sich die Erkrankung auch in diesem Fall nicht.






Anzeige