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Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. April 2012)

Für den vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) liegt keine einheitliche Definition vor. In der Regel spricht man von einem vorzeitigen Samenerguss, wenn der Mann den Zeitpunkt der Ejakulation nicht kontrollieren kann und der Orgasmusreflex vorzeitig, also früher als gewünscht, ausgelöst wird. Der Samenerguss tritt dabei schon vor oder bis zu eine Minute nach dem Eindringen in die Scheide der Frau (Penetration) ein. Die meisten Definitionen berücksichtigen drei zentrale Aspekte:

  • die kurze Dauer von der vaginalen Penetration bis zum Samenerguss (Ejakulation)
  • der Verlust von willentlicher Ejakulationskontrolle
  • der Leidensdruck des Betroffenen oder der Partnerin

Bei Menschen mit Ejaculatio praecox kommt es in mehr als 75 Prozent der Versuche vor oder während des Eindringens in die Scheide der Partnerin. Von einem vorzeitigen Samenerguss nach der Penetration spricht man, wenn die Zeit zwischen dem Eindringen in die Scheide bis zum Eintreten des Samenergusses kürzer ausfällt, als der Mann es möchte. Nichtbetroffene Männer benötigen im Durchschnitt 5,4 Minuten, bis sie zum Höhepunkt kommen. Bei Männern, die unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden, beträgt diese sogenannte Latenzzeit (intravaginale Ejakulationszeit) in den meisten Fällen weniger als zwei Minuten. In manchen Fällen reicht auch schon der Gedanke an eine sexuelle Handlung aus, um einen vorzeitigen Samenerguss zu erzielen.

Man sieht einen Mann mit einem Kissen im Bett.

Ein vorzeitiger Samenerguss kann Männer jeden Alters beschäftigen.

In einigen Definitionen spielt zusätzlich die Befriedigung der Frau eine Rolle. Demzufolge wird von einem vorzeitigen Samenerguss gesprochen, wenn der Mann unfähig ist, seine Ejakulation so zu kontrollieren, dass der Geschlechtsverkehr für beide Partner befriedigend ist.

Weitere mögliche Bezeichnungen für den vorzeitigen Samenerguss sind zum Beispiel frühe Ejakulation, vorzeitige Ejakulation oder vorzeitiger Orgasmus.

Beim vorzeitigen Samenerguss kann man zwischen angeborener (primärer) und erworbener (sekundärer) Form unterscheiden. Die angeborene Form kann durch körperliche Störungen bedingt sein. Die sekundäre Form ist eher auf psychische Ursachen zurückzuführen. Die erworbene Störung geht oft mit einer erektilen Impotenz einher. Sie kann aber auch infolge eines verminderten sexuellen Verlangens (Appetenzminderung) entstehen.

Häufigkeit

Die Häufigkeit des vorzeitigen Samenergusses (Ejaculatio praecox) ist abhängig von seiner Definition und davon, welche Personen für die Untersuchung ausgewählt wurden. Weltweit leiden etwa 25 Prozent der Männer unter einem vorzeitigen Samenerguss, wobei es starke regionale und geographische Unterschiede gibt. Ein vorzeitiger Samenerguss kann bei geschlechtsreifen Männern aller Altersstufen auftreten.

Ein vorzeitiger Samenerguss stellt für viele Männer und ihre Partnerinnen eine große psychische Belastung dar. Dennoch suchen nur wenige Betroffene einen Arzt auf.






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