Von-Willebrand-Syndrom (Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. März 2016)

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Das Von-Willebrand-Syndrom (Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom) ist eine Blutgerinnungsstörung, durch die es zu längeren und stärken Blutungen kommen kann. Die Erkrankung ist in der Regel angeboren, wird jedoch oft erst spät als solche festgestellt.

Die erhöhte Blutungsneigung entsteht, wenn ein bestimmtes Eiweiß (Protein) – der sogenannte Von-Willebrand-Faktor – zu wenig oder gar nicht vorhanden ist oder Defekte aufweist. Der Von-Willebrand-Faktor spielt eine wichtige Rolle für die Blutgerinnung. Wird dieses Protein nicht ausreichend vom Körper hergestellt, erschwert das die normalen Blutgerinnungsprozesse. Als Folge dauert es länger, bis eine Wunde zu bluten aufhört. Eine Blutung kann dadurch auch schwerere Ausmaße annehmen.

Mögliche Symptome für das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom sind unter anderem:

  • häufige Blutergüsse (blaue Flecken), deren Herkunft man sich nicht erklären kann
  • häufig kleine, höchstens stecknadelkopfgroße Einblutungen in die Haut (sog. Petechien)
  • häufiges und länger andauerndes Nasenbluten
  • häufiges Zahnfleischbluten
  • bei Mädchen / Frauen: verstärkte Regelblutungen
  • starkes oder lang andauerndes Nachbluten auch nach kleineren Verletzungen (z.B. nach einem Schnitt, Verletzungen beim Rasieren)
  • starkes oder lang andauerndes Nachbluten nach Zahneingriffen (wie Zahnziehen oder kleineren operativen Eingriffen im Mundraum)
  • Nachbluten / Blutergüsse nach Blutabnahmen
  • Nachbluten / Blutergüsse nach Spritzen / Impfungen in den Muskel

In den meisten Fällen ist das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom jedoch mild ausgeprägt und verursacht kaum Beschwerden. Oft wissen Betroffene deshalb gar nichts von ihrer Erkrankung, da sie möglicherweise vorhandene Symptome als normal empfinden. In solchen leichten Fällen ist eine Therapie auch nicht unbedingt notwendig.

Anders ist dies bei mittelschweren bis schweren Fällen des Von-Willebrand-Syndroms, die oft schon in der Kindheit festgestellt werden. Hier ist es bei der Behandlung wichtig, Blutungen möglichst zu vermeiden oder zu stoppen. Unter Umständen kann die Einnahme von Medikamenten notwendig sein. Mit der richtigen Therapie gelingt es den meisten Betroffenen mit Von-Willebrand-Syndrom jedoch, ein relativ normales Leben zu leben.


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