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Vogelgrippe (aviäre Influenza)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine weltweit verbreitete Viruskrankheit, die überwiegend Vögel (v.a. Geflügel) befällt – teils mit schwer verlaufenden Ausbrüchen (auch "Geflügelpest" genannt). Doch auch Menschen können sich mit dem Vogelgrippe-Virus anstecken. In Deutschland ist dies allerdings noch nie passiert.

Die Erreger der Vogelgrippe gehören (wie die "normalen" beim Menschen vorkommenden Grippeviren) zur Gruppe der Influenza-A-Viren. Das Besondere an Influenza-Viren ist: Sie sind sehr veränderlich. Bei der "normalen" Grippe macht sich dies dadurch bemerkbar, dass die Grippeimpfung nur kurzfristig (gegen die aktuell vorherrschenden Grippeviren) Immunität verleiht: Wer sich ausreichend vor der saisonalen Grippe schützen möchte, muss sich deshalb jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen. Aber auch bei der Vogelgrippe hat sich jüngst gezeigt, dass jederzeit neue Virus-Typen auftauchen können:

Das Vogelgrippe-Virus kommt in mehreren Unterarten (den sog. H- und N-Subtypen) vor. Lange Zeit war vor allem das Virus namens H5N1 für den Menschen bedeutsam: Von 2003 bis Ende März 2015 hat das H5N1-Virus (v.a. in Indonesien, Ägypten und Vietnam) über 800 Fälle von Vogelgrippe beim Menschen verursacht (wobei mehr als die Hälfte der Betroffenen starb). Im März 2013 tauchte in China jedoch ein neues Virus namens H7N9 auf, mit dem sich inzwischen knapp 500 Menschen infiziert haben (wobei etwa ein Fünftel der Fälle mit dem Tod endete). Ende 2013 verursachte in China erneut ein bis dahin unbekanntes Vogelgrippe-Virus namens H10N8 eine tödlich verlaufende aviäre Influenza beim Menschen; im Frühjahr 2014 passierte dasselbe mit H5N6.

Trotz der neuen Erreger gilt das Risiko einer Massenerkrankung (sog. Pandemie) an Vogelgrippe beim Menschen allerdings als gering. Der Grund hierfür ist, dass sich die aviäre Influenza bislang noch nie anhaltend von Mensch zu Mensch übertragen hat.

Eine Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch kam bisher nur in Einzelfällen vor, in denen ein sehr enger körperlicher Kontakt zwischen den Beteiligten bestand. Die meisten Menschen, die sich mit aviärer Influenza infizierten, hatten engen Kontakt zu erkranktem oder verendetem Geflügel. Grundsätzlich kommen zwar auch infizierte Lebensmittel als Infektionsquelle für die Vogelgrippe infrage. Aktuell gilt der Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern aber (selbst wenn unter Vögeln die Geflügelpest wütet) als unbedenklich, solange die Speisen gut gekocht sind: Temperaturen ab 70 Grad Celsius töten das Vogelgrippe-Virus ab.

Die Vogelgrippe-Symptome beim Menschen ähneln teils der normalen Grippe: Oft kommt es zu Fieber, Husten und Atemnot. Ob hinter solchen  Anzeichen tatsächlich eine aviäre Influenza steckt, kann man durch den Nachweis des verantwortlichen Virus über einen Rachen- oder Nasenabstrich ermitteln.

Um die Vogelgrippe beim Menschen zu behandeln, sind dieselben Medikamente geeignet wie bei der normalen Grippe: Mittel gegen Viren (sog. Virostatika). Daneben kann man die mit der aviären Influenza verbundenen Beschwerden wie Fieber und Schmerzen durch entsprechende Maßnahmen lindern. Damit es gar nicht erst zur Ansteckung kommt, ist es ratsam, einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten (z.B. keine kranken oder toten Vögel anzufassen).



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